Europäische Jugendberichte

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„Was benötigt das Europa von morgen?“
Mit dieser Frage richtet die EU seit einigen Jahren verstärkt ihren Blick auch auf junge Menschen und sucht für die europäische Politikgestaltung im Jugendbereich nach zukunftsweisenden Analysen als Entscheidungsgrundlage.
Die EU betritt damit das Feld von Jugendforschung. Treffen Ergebnisse aus dieser Jugendforschung dann auf Politik und werden auf dieser Grundlage Entscheidungen getroffen, spricht die EU von evidenzbasierter Jugendpolitik.
Eine erste Initiative in diese Richtung ergriff Kommissionspräsident Barroso 2007 mit der Beauftragung des Politikberatungsbüros (Bureau of European Policy Advisers) BEPA. Dieses Büro erstellte auf der Grundlage von demographischen Veränderungen, der Beschleunigung des sozialen Wandels und der besorgniserregenden Lage bei politischer Beteiligung, Gesundheit, Kinderarmut und Bildung den Bericht „Investing in Youth: an empowerment strategy“ über die Situation der Jugend in Europa.
Diesem Bericht über die Herausforderungen und Perspektiven künftiger Politik für die Jugend in Europa wurde große Bedeutung beigemessen, obwohl es sich um kein offizielles Handlungspapier der EU handelt.
In dieser Entwicklungslinie steht der erste Europäische Jugendbericht, der zusammen mit dem Kommissionsvorschlag zur neuen EU-Jugendstrategie im April 2009 veröffentlicht wurde. Der EU-Jugendbericht gilt als wichtiges Instrument bei der Umsetzung der EU-Jugendstrategie (2010-2018) und Teil der evidenzbasierten Jugendpolitik. Er wird zukünftig alle drei Jahre erscheinen.
Er stützt sich vor allem auf vorhandenes Datenmaterial von Institutionen und Quellen der EU, auf Ergebnisse unterschiedlicher jugendbezogener Forschungsprojekte aus dem Forschungsprogramm der EU und aus dem Bericht des Bureau of European Policy Advisers.
Die bessere Verzahnung von Politik und Forschung auf der EU-Ebene wertet die europäische Jugendpolitik inhaltlich auf und ist grundsätzlich zu begrüßen.
Allerdings leidet der erste Bericht an vielen „Kinderkrankheiten“, die seine Aussagekraft mindern. Der Bericht ist im Ganzen betrachtet eine oberflächliche Darstellung, der kaum eine Analyse folgt und weist zudem ein schwerwiegendes Partizipationsdefizit auf. Die Perspektive der Jugend fließt gar nicht in das Datenmaterial ein. In Folge des Analyse- und Diskussionsdefizits fehlt es an Aussagen über Konsequenzen oder sich daraus ergebenden Handlungsbedarfe und –möglichkeiten.
So ist aus Sicht der aej ein kritischer Umgang mit dem Datenmaterial und daraus folgenden Interpretationen angezeigt.
Aber was nicht ist, kann ja noch werden.










