Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Gender Mainstreaming in der aej

Foto: kristin_a Meringue Bake Shop/flickr.de

Die Zugehörigkeit zum weiblichen oder männlichen Geschlecht stellt das gesellschaftlich bedeutendste Unterscheidungsmerkmal dar. Diesem biologischen Merkmal werden häufig  unterschiedlich bewertete Eigenschaften, Verhaltensweisen, Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie gesellschaftliche Positionen zugewiesen.
Die Besonderheit dieser Geschlechterstereotype liegt darin, dass mit dem biologischen Geschlecht Annahmen und Zuschreibungen über „typisches“ Verhalten von Männern und Frauen verbunden werden, die Diskriminierung auslösen und Gleichberechtigung verhindern können.

Die Kinder- und Jugendhilfe ist gesetzlich verpflichtet, „bei der Ausgestaltung von Leistungen, der Erfüllung von Aufgaben, die unterschiedlichen Lebenslagen von Mädchen und Jungen zu berücksichtigen, Benachteiligungen abzubauen und die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen zu fördern“.

Auch die biblische Überlieferung weist auf die Gleichstellung der Geschlechter hin. In der Schöpfungsgeschichte mit der Verheißung der Gottebenbildlichkeit wird die Gleichwertigkeit beider Geschlechter zum Ausdruck gebracht. Männer und Frauen sind beide als Ebenbilder Gottes geschaffen und üben den Herrschaftsauftrag über die Erde aus (Gen. 1,27). Und auch im Neuen Testament findet sich diese Linie im Brief des Paulus an die Galater: „Da ist nicht Grieche noch Jude, nicht Sklave noch Freier, nicht Mann noch Frau, denn ihr seid alle eins in Christus.“ (Gal. 3,28) Nationale, soziale Unterschiede und Benachteiligungen auf Grund des Geschlechts sollen in der christlichen Gemeinde keine Rolle spielen.

Diese Gleichwertigkeits- und Gleichberechtigungsforderung ist bis heute noch nicht vollständig eingelöst. Darum gehört die Umsetzung von Gender Mainstreaming zu den Grundprinzipen der aej.

Im Rahmen ihrer Handlungsmöglichkeiten trägt sie dazu bei, Benachteiligungen zu verhindern und die Gleichstellung zwischen Mädchen/Frauen und Jungen/Männern zu fördern, um ihnen eine von tradierten Rollenmustern freie und selbstbestimmte Lebensgestaltung zu ermöglichen.

Sie unterstützt ihre Mitglieder durch Publikationen, Konzepte und Beratung darin, gendersensibel wahrzunehmen, zu denken und zu handeln. Sie mischt sich in gesellschaftliche und politische Prozesse ein, um Rahmenbedingungen für Geschlechtergerechtigkeit zu schaffen. Sie hat den Anspruch, bei der Besetzung von Personalstellen, in der Gremienarbeit und bei der Verteilung von Ressourcen der Zielsetzung von Gender Mainstreaming gerecht zu werden. Sie verwendet in ihrer Alltagssprache, in ihrer Korrespondenz und ihren Publikationen eine gendergerechte Sprache und eine gendersensible bildliche Darstellung. Weiter setzt sie den Beschluss ihrer Mitglieder um, regelmäßig über die Umsetzung von Gender Mainstreaming zu berichten und führt alle drei Jahre dazu eine Erhebung bei den Mitgliedsorganisationen durch.

Für die aej gilt: Gender-Wissen ist ein notwendiges Element für eine erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

 

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