Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Handlungsansätze

Foto: Foto-DVD „Blickwinkel“ des DBJR
Foto: Foto-DVD „Blickwinkel“ des DBJR

Interkulturelle Öffnung – aber wo ansetzen? Der Abbau von Barrieren für die Teilhabemöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft kann auf inhaltlicher, struktureller und jugendpolitischer Ebene verwirklicht werden. Ein fertiges „Kochrezept“ für die Interkulturelle Öffnung evangelischer Jugendverbandsarbeit gibt es jedoch nicht, vielmehr müssen lokale Settings bei der Konzeptentwicklung mitgedacht werden.

Formen der Selbstreflexion

Um die Barrieren für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen vielfältiger Bezüge im eigenen Verband zu überprüfen und Partizipationschancen zu hinterfragen, hat der Landesjugendring Nordrhein-Westfalen (LJR NRW) einen „Interkulturellen Selbstcheck“ entwickelt. Dieser stellt in vier Bereichen Fragen an die Verbandswirklichkeit: Strukturen, Verbandspolitik, Öffentlichkeitsarbeit und Netzwerke sowie Angebote und Aktivitäten.

Auch interkulturelle Standards der Kinder- und Jugendarbeit können in diesem Prozess als Handlungsleitlinien dienen. Im Rahmen des Projekts TANDEM werden interkulturelle Standards entwickelt, die 2011 veröffentlicht werden.

Interkulturelle Öffnung Evangelischer Jugend auf unterschiedlichen Ebenen

Die Evangelische Jugend wirkte bereits durch verschiedene Maßnahmen auf die interkulturelle Öffnung des Verbandes hin: durch internationale Begegnungen, weltweite ökumenische Kontakte und Aktivitäten, durch Fachtagungen, Integrationsprojekte und Einzelmaßnahmen sowie durch Veröffentlichungen von Projekt- und Praxisbeispielen. Auch andere Träger aus der kirchlichen und der Jugendverbandslandschaft treiben die Eröffnung von Partizipationschancen voran. Die Interkulturelle Öffnung der Evangelischen Jugend wird derzeit auf Bundesebene auf zwei Ebenen weiterentwickelt:

  • Öffnung bestehender Formen der Jugendarbeit für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund

  • Strukturelle Öffnung der aej für Organisationen und Vereine junger Migrant(inn)en (VJM)

Als Beitrag zur interkulturellen Öffnung der vielfältigen Angebote evangelischer Kinder- und Jugendarbeit zählt das am 1.10.2008 gestartete Projekt „TANDEM – Bildungsförderung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund“, das die aej in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit e. V. (BAG EJSA) für die Dauer von drei Jahren (1.10.2008 – 30.09.2011) an acht Standorten der Evangelischen Jugend bundesweit durchführt.

Das aej-Coaching-Projekt mit christlich-ökumenischen VJM möchte nach dem Grundsatz „Jugendverband unterstützt Jugendverband“ die Strukturentwicklung von fünf Organisationen unterstützen. Daneben führt die aej mit dem Bund der Alevitischen Jugendlichen in Deutschland e.V. ein Kooperationsprojekt durch, das die Einführung hauptberuflicher Strukturen in einem bisher ehrenamtlich strukturierten Verband verwirklicht und die Selbstorganisation als Jugendverband unterstützt.

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