Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

50 Jahre Wehrpflicht sind genug

Weg mit der Pflicht – her mit der Freiwilligkeit

Schon lange tritt die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) für die Abschaffung der Wehrpflicht ein. 15 Jahre nach Ende des kalten Krieges ist vor einer grundlegend veränderten Sicherheitslage eine Beibehaltung der Wehrpflicht nun endgültig nicht mehr zu rechtfertigen. Andere als sicherheitspolitische Begründungen lässt die deutsche Verfassung nicht zu.

Jahr für Jahr werden immer noch zehntausende junger Männer zu Zwangsdiensten herangezogen. Eine gerechte Verteilung zwischen jungen Wehrpflichtigen und Zivildienstleistenden ist dabei immer weniger gegeben. Das Problem der mangelnden Wehrgerechtigkeit ist aber nur ein Aspekt. In einer Zeit, in der allgemein eine Verkürzung der Schul- und Universitätsausbildung gefordert wird, ist es unverständlich, weshalb junge Männer zwangsweise gerade in dieser wichtigen Phase zu Pflichtdiensten herangezogen werden.

Gemeinsam mit der Zentralstelle KDV (Zentrallstelle schließt am 31.8.2011, die Homepage wird bis Ende 2014 weiter betrieben) hat die aej eine Kampagne gegen die Wehrpflicht durchgeführt. Junge Wehrpflichtige wurden aufgerufen sich via Internet an der Erstellung eines „Schwarzbuch Wehrpflicht“ zu beteiligen. Exemplarische Fälle wurden im Jahr 2007 in einer Broschüre aufbereitet und in den politischen Raum eingespielt. Die aej hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen Prozess zu „erden“ und vor allem diese Möglichkeit in der Evangelischen Jugend bekannt zu machen.

Der Schwarzbuchprozess sollte ganz bewusst nicht die guten, richtigen, neuen und alten Argumente wiederholen, sondern vielmehr junge, von der Wehrpflicht betroffene Leute zu Wort kommen lassen.

 

 

aej und Zentralstelle KDV starten „Schwarzbuch Wehrpflicht“

(aej-Pressemmitteilung 8/2006)

Die Evangelische Jugend in Deutschland startet gemeinsam mit der Zentralstelle KDV das Projekt „Schwarzbuch Wehrpflicht“. Junge Wehrpflichtige werden aufgerufen, sich via Internet (www.forum-wehrpflicht.de) an der Erstellung dieses Schwarzbuchs zu beteiligen.

Schon lange treten beide Organisationen für die Abschaffung der Wehrpflicht ein. Dazu erklärt Barbara Kramer, Vorsitzende der Zentralstelle für Recht und Schutz der Kriegsdienstverweigerer aus Gewissensgründen e. V.: „15 Jahre nach Ende des Kalten Krieges ist vor einer grundlegend veränderten Sicherheitslage eine Beibehaltung der Wehrpflicht nun endgültig nicht mehr zu rechtfertigen. Die Politik sollte die Realität erkennen und die nötigen Konsequenzen ziehen.“

Jahr für Jahr werden immer noch zehntausende junger Männer zu Zwangsdiensten herangezogen. Eine gerechte Verteilung zwischen jungen Wehrpflichtigen und Zivildienstleistenden ist dabei immer weniger gegeben. Mike Corsa, Generalsekretär der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland e. V. (aej), sieht hier ein grundlegendes Problem: „Das Problem der mangelnden Wehrgerechtigkeit ist nur ein Aspekt. In einer Zeit, in der allgemein eine Verkürzung der Schul- und Universitätsausbildung gefordert wird, ist es unverständlich, weshalb junge Männer zwangsweise gerade in dieser wichtigen Phase zu Pflichtdiensten herangezogen werden.“

Der Schwarzbuchprozess soll von der Wehrpflicht betroffenen jungen Leuten ein Forum für ihre Meinung bieten. Dazu Mike Corsa: „Für uns als Jugendverband ist es wichtig, dass junge Menschen selbst zu Wort kommen.“ Auf der Homepage www.forum-wehrpflicht.de können eigene Probleme, Erfahrungen und Meinungen berichtet werden. Exemplarische Fälle werden Anfang 2007 in einer Broschüre aufbereitet. „Wir hoffen“, so Barbara Kramer, „so einen weiteren Impuls zu geben, damit im Bundestag nun endlich ernsthaft über ein Ende der Wehrpflicht beraten wird.“

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