Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Kinder bilden Kirche - Das Profil der Arbeit mit Kindern in der Evangelischen Jugend

Foto: FischGmbh /Jugendfotos.de | (CC BY-NC 3.0)

Dass Kinder Kirche „bilden“, also integraler Bestandteil von Gemeinde sind, ist keine Selbstverständlichkeit. Erst wenn Kinder in ihren jeweiligen Lebenslagen und mit ihren Bedürfnissen und Sehnsüchten als Subjekte ernstgenommen werden, können Sie eine Heimat in der Kirche finden. So entwickelt sich das Profil der Arbeit mit Kindern in der Evangelischen Jugend daraus, dass sie die je aktuellen Lebenslagen und Lebensverhältnisse immer wieder neu auf ihre Arbeit bezieht. Das „Profil“ Arbeit mit Kindern zu beschreiben heißt also weniger, scharfe Umrisse eines klar ausgeprägten Arbeitsfeldes nach zu zeichnen. Vielmehr gilt es, den Gemeinsamkeiten nach zu gehen und den verbindenden Eigensinn, der den unterschiedlichen Formen und Angeboten innewohnt.

Die Evangelische Jugend – ein KINDER- und Jugendverband

Als zum Ende des vorletzten Jahrhunderts der Evangelische Jungmännerverein Stuttgart eine „Knabenabteilung“ ins Leben rief – es ist die erste dokumentierte Arbeit mit Kindern in der kirchlichen Jugendarbeit – konnte wohl niemand ahnen, welche Bedeutung dieses Arbeitsfeld in kürzester Zeit gewinnen würde. Im Jugendverband ist die Arbeit mit Kindern integraler Bestandteil der Evangelischen Jugend, mit eigener  Bedeutung. In der Evangelischen Jugend sind – wie es das Positionspapier ausdrückt -  Kinder „Subjekte des Glaubens mit eigenen Stärken und Fähigkeiten“. Daraus folgt, ihre unbedingte Würde und ihre Rechte in religiöser und gesellschaftlicher Hinsicht anzuerkennen. Die Zuwendung zu ihnen ist Gottes Wille.

„Arbeit mit Kindern“ meint damit die Gesamtheit der Angebote für Kinder innerhalb der Evangelischen Jugend. Dies sind Kindergruppen, Jungschar, Freizeiten, Ferienspiele, Kinderbibelwochen, offene Türen usw. ... Bei einigen Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) – insbesondere im dem Bereich der freikirchlichen Kinder- und Jugendarbeit – gehören auch die Kindergottesdienst- und Sonntagsschularbeit dazu, während in der landkirchlichen Kinder- und Jugendarbeit solche vorrangig gottesdienstlich oder katechetisch ausgerichtete Angebote eigenständig organisiert sind.

In der Arbeit mit Kindern sind  Freiwilligkeit, Partizipation und Selbstorganisation grundlegend. Die drei Grundbedingungen entsprechen der „unbedingten Würde“ und der Eigenständigkeit des kindlichen Glaubens. Eine solche Haltung verbietet es, die Arbeit mit Kindern als Nachwuchsförderung oder gar als Rekrutierungsprogramm zu betrachten. Kinder sind selbst Theolog(inn)en, sie sind vollwertiger und selbstverständlicher Teil der Gemeinschaft junger Christinnen und Christen.

 

 

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