Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

DEMO – Demokratische Jugendhilfe im demografischen Wandel

Das Projekt „DEMO – Demokratische Jugendhilfe im demografischen Wandel“ untersuchte von 2011 bis 2013 wie Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit im ländlichen Raum durch die Kooperation von Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit gestärkt werden kann. Dabei konzetrierte sich das Projekt insbesondere auf strukturschwachen Regionen in Ostdeutschland. Das Projekt wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA) in Kooperation mit der aej verantwortet.

An drei Projektstandorten, in der Altmark, in Mecklenburg und in Görlitz, wurde die Jugendhilfe unter den durch den demografischen Wandel veränderten Rahmenbedingungen in den Fokus genommen. Über den demografischen Wandel wird viel geredet, das Thema ist bei Verbänden, Parteien und in den Medien präsent. Trotz des Wissens darüber gibt es allerdings wenige Reaktionen auf die Herausforderungen und Prognosen. Bereits getroffene politische Entscheidungen, wie das Kindergeld und die Einführung des Elterngeldes, haben nicht sichtbar Einfluss auf die Bevölkerung genommen. Vor diesem Hintergrund stellte DEMO die Frage, welche Veränderungen und neuen Wege es im politischen Handeln, in der administrativen Planung und in der Entscheidungsfindung geben muss und kann, um Perspektiven zu entwickeln.

Die Ergebnisse

Die Ergebnisse aus dem Projekt zeigen, dass die Bekämpfung von Extremismus – und vor allem seine Prävention – auf solide zivilgesellschaftliche Strukturen angewiesen ist. Jugendhilfe muss daher kontinuierlich sein, damit keine sozial un- bzw. unterversorgten Räume entstehen. Es darf nicht sein, dass sich Jugendliche von undemokratischen Angeboten angesprochen fühlen, nur weil dies die einzigen Angebote vor Ort sind.

DEMO zeigt, dass es keinen allgemeingültigen Umgang mit dem demografischen Wandel gibt, genauso wenig wie eine universelle Strategie. Der Schlüssel liegt vielmehr in regionalen Ansätzen, da der Wandel von Region zu Region verschieden ist und von Dorf zu Dorf variiert. Mögliche Ansätze sind: die Förderung der Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen, vor allem auch aus der älteren Bevölkerung, und die Installation von Demografie-Beauftragten in den Gemeinden, die die Möglichkeit haben, konkret und spezifisch auf die lokalen Herausforderungen zu reagieren. Generell gilt, dass die lokale Jugendhilfe der Experte für das Soziale ist. Herausforderungen für die Jugendhilfe entstehen dadurch, dass sozial benachteiligte und bildungsferne Familien eine höhere Bleibeorientierung haben, was bedeutet, dass eine schwindende Zahl von Jugendlichen nicht automatisch weniger Bedarf an Jugendhilfe heißt. Daher müssen Jugendhilfe und Jugendarbeit flexibel sein, um auf die Herausforderungen des demografischen Wandels reagieren zu können.

Mit den Ergebnissen der Vernetzungstreffen zwischen den Projektstandorten bringt sich das DEMO-Projekt als Gestaltungspartner in den Demografie-Gipfel der Bundesregierung ein. Am Ende des Projekts steht eine Arbeitshilfe mit Bildkartei, die dazu dienen soll, weitere Konzeptentwicklungen in ländlichen Räumen methodisch zu begleiten.

Der abschließende Projektbericht

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