Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Die bundesweite Statistik der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit

Viele Jahre wird im Kontext der aej über die Möglichkeit zur Verbesserung der statistischen Basis über das Wirken der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit beraten. Einzelne Mitgliedsorganisationen der aej entwickeln eigene Instrumente zum Teil verbunden mit aufwendiger wissenschaftlicher Begleitung (Württemberg und Baden). 2008 dringt die 118. aej-Mitgliederversammlung auf eine Verbesserung der bundesweiten Datenlage und fordert die Erhebung in der kirchenamtlichen Statistik zu verbessern und ggf. Instrumente zu entwickeln, diese Daten zu ergänzen. Dieser Initiative sind trotz einer Bereitschaft Grenzen gesetzt, weil sie grundsätzlich auf Kirchengemeinden ausgerichtet ist. Übergemeindliche Angebote bleiben weitgehend unberücksichtigt.

Nach umfangreichen Vorarbeiten beschließt die Arbeitsgemeinschaft der Landesjugendpfarrerinnen und Landesjugendpfarrer im September 2011, zusammen mit der aej bundesweit und flächendeckend ab 2012 in zweijährigem Turnus eigenständig Daten zu erheben. Basis dafür ist ein differenzierter Fragebogen, der im Kern die Angebote der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit beleuchtet. Das Verfahren ist digital ausgelegt, der Fragebogen wird online ausgefüllt, indem die übergeordnete Ebene die jeweils nächste Ebene zur Mitwirkung einlädt und den Bogen freischaltet. Ist der Bogen ausgefüllt erhalten die jeweiligen Akteure sofort eine Auszählung, die sie im geeigneten Dateiformat für eigene Belange nutzen können. Zentraler Ort für Fragebogen, Daten und Auszählung ist die Website www.aej-statistik.de. Als Referenzjahr wird nicht das Kalenderjahr sondern das Schuljahr bestimmt.

Erste Erhebung

Erster bundesweiter Durchlauf ist das Schuljahr 2012/2013. Die Mitarbeiter(inn)en der Evangelischen Jugend werden intensiv über das Verfahren informiert. Die Bearbeitung des Fragebogens ist im Frühjahr 2014 abgeschlossen. Begleitet vom Sozialforscher Arthur Fischer und der Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik der TU Dortmund werden die Ergebnisse Winter 2014/2015 ausgewertet.

Beteiligung I

Die Erhebung wird über die Strukturen der landeskirchlichen Kinder- und Jugendarbeit durchgeführt. Dies bedeutet:

  • Die Strukturen und Angebote der Kinder- und Jugendarbeit der Freikirchen, die in der aej Mitglied sind, bleiben unberücksichtigt. Die einzelnen Freikirchen erheben eigenständig Daten für ihre Statistiken, die bei Bedarf zur Darstellung der Realität evangelischer Kinder- und Jugendarbeit einbezogen werden können.

  • Die Anlage der Erhebung geht davon aus, dass die landeskirchlichen Strukturen der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit auch die Angebote der eigenständigen Werke und Verbände erfassen. Das ist leider nicht überall der Fall, sodass der erhobene Datenbestand an dieser Stelle nicht vollständig ist. Dies soll bei den weiteren Erhebungen verbessert werden.

Beteiligung II

Das Design der Erhebung ist so angelegt, dass in den Fällen, wo landeskirchliche Strukturen der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit schon landeskirchenweitere Erhebungsinstrumente einsetzen, diese weiter genutzt werden können. Diese Daten werden zentral in die bundesweite Erhebung eingetragen. Bei der ersten Erhebung haben

  • 15 Landeskirchen das bundesweite Erhebungsinstrument eingesetzt.

  • Die Landeskirchen Baden, Bayern und Württemberg die Daten der eigenen Erhebung übertragen.

  • Die Landeskirche Sachsen konnte nicht berücksichtigt werden, da die dort jährlich erhoben Daten sich nicht einfach übertragen lassen. Ebenso hat sich die (kleine) Landeskirchen Schaumburg-Lippe nicht beteiligt.

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass die Beteiligung schon beim ersten Durchlauf hoch ist. So haben sich nahezu alle Landeskirchen beteiligt. In die Erhebung sind Daten von 17 Landeskirchen eingeflossen. Innerhalb der einzelnen Landeskirchen

  • hat sich die überwiegende Mehrheit der Kirchenkreise bzw. Dekanate und Propsteien beteiligt.

  • Die Beteiligungszahlen auf Ortsebene differieren allerdings erheblich. Es zeigt sich, dass Landeskirchen, die auf ihrer Ebene Statistiken zum wiederholten Male durchführen, oft auch höhere Beteiligungszahlenaufweisen. Die aktuellen Beteiligungszahlen auf Orts- bzw. Gemeindeebene schwanken zwischen 85 % und 30 %.

Es spricht einiges dafür, dass eine relevante Zahl von Kirchenkreisen auch die örtlichen Angebote aufgenommen hat. Ebenfalls ist bei der Bewertung dieser Frage zu berücksichtigen, dass nach Praxiserfahrungen eine nicht unerhebliche Zahl von Angeboten regional stattfinden, also auf der Ebene des Kirchenkreises und nicht in den Kirchengemeinden.

Fazit

Die Daten, die nachfolgenden dargestellt und bewertet werden bilden einen großen Teil der Landschaft evangelischer Kinder- und Jugendarbeit ab – aber es fehlen gewichtige Bereiche wie die evangelische Kinder- und Jugendarbeit der Landeskirche in Sachen oder Angebote der eigenständigen Werke und Verbände. Dennoch können auf dieser Basis plausible, empirisch unterlegte Aussagen zur Realität evangelischer Kinder- und Jugendarbeit getroffen werden. Bei der Vorlage von Daten einer ersten Erhebung können natürlich noch keine Zeitreihenvergleiche hergestellt werden.

Mike Corsa

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