Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Einrichtungen

Einrichtungen sind Kinder– und Jugendzentren, Kinder– und Jugendtreffs, Offene Türen, Abenteuerspielplätze, Jugendfreizeiteinrichtungen, Einrichtungen der Stadtranderholung - jeweils ohne Übernachtungsmöglichkeiten. So wird die Frage im Fragebogen erläutert. Sie wurde dort aufgenommen, weil die evangelische Kinder- und Jugendarbeit auch in dieser Konstellation existiert – auch wenn noch immer in der Fachwelt eine Trennlinie zwischen verbandlicher und sogenannter offener Kinder- und Jugendarbeit gezogen wird. Das ist in zweifacher Hinsicht Unsinn: zum einen ist die Evangelische Kirche/Evangelische Jugend Träger von Einrichtungen zum anderen entbehrt es dem Stand der fachlichen Diskussion, offene Kinder- und Jugendarbeit nur mit Einrichtungen (der öffentlichen Träger) zu verbinden. Kinder- und Jugendarbeit bietet über unterschiedliche Träger hinweg offene Formen von Angeboten und Arbeitsmethoden.

Nun zur einrichtungsbezogenen evangelischen Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen der Erhebung:
Die Daten lassen keine Differenzierung nach Einrichtungsarten und Konzepten zu. Sie besagen sie, dass 1.316 Einrichtungen im Verantwortungsbereich der evangelischen Kinder– und Jugendarbeit liegen. Diese Einrichtungen erreichen mehr als 500.000 Kinder und Jugendliche.

In den Einrichtungen engagieren sich neben hauptberuflichen Fachkräften 23.754 Ehrenamtliche:

Was fällt auf:

  • Natürlich zu allererst ein Defizit: Der Umfang der hauptberuflichen Fachkräfte in Einrichtungen wurde nicht erhoben, Das ist misslich, weil die Arbeit in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit in der überwiegenden Mehrheit von hauptberuflichen Fachkräften geleitet und begleitet wird.

  • Erstaunlich ist der Umfang von Ehrenamtlichkeit. 23.754 Nennungen zu ehrenamtlichen Tätigkeiten wirft ein anderes Licht auf die einrichtungsbezogene offene Kinder- und Jugendarbeit, die noch immer gerne als Feld hauptberuflicher Fachkräfte beschrieben wird. In der weiteren Auswertung sollten die unterschiedlichen Konzepte der Einrichtungen (Raumkonzepte, Öffnungszeiten, Angebotsformen) betrachtet und dargestellt werden.

  • Deutlich erkennbar ist, dass männliche Jugendliche im Alter von 16-18 Jahren dieses Feld in besonderer Weise für ein Engagement nutzen. Dem Zusammenhang zwischen Angebotsformen, jugendlichem Engagement und sozialen Hintergründen muss in der weiteren Auswertung nachgegangen werden.

  • Im bundesweiten Kontext ist von großem Interesse, dass sich die Einrichtungen breit über die Bundesländer / Landeskirchen verteilen. Wer etwa erwartet, dass eine überwiegende Mehrheit der Einrichtungen der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit im bevölkerungsreichen Bundesland Nordrhein-Westfalen liegen, der/die täuscht sich:

 

Diese Einrichtungen sind über das ganze Bundesgebiet verteilt. Interessant wird bei der weiteren Auswertung sein:

  • Gibt es in der Verteilung Unterschiede zwischen (verschiedenen) ländlichen Räumen und (verschiedenen) Städten?

  • Welche Bedeutung hat dieses spezifische Angebot sozialräumlicher Infrastruktur für junge Menschen in der Schwerpunktsetzung und im Konzept der jeweiligen Evangelischen Jugend?

Mike Corsa

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