Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Globales Lernen mit Kindern

Junge rollt Weltkugel über Wiese
Foto: Thorben Wengert/pixelio.de

Für globales Lernen ist die Frage, wie wir lernen entscheidend, weniger die Frage, was wir lernen. Es geht vor allem um die Fähigkeit des Perspektivwechsels und die Bereitschaft, sich mit dem eigenen Leben in Beziehung zu den Problemen des Zusammenlebens auf der einen Welt zu beschäftigen, weniger um die Vermittlung von kognitivem Wissen.

Dieser Grundsatz stellt globales Lernen als Lernprinzip vor besondere Herausforderungen, wenn es um Kinder geht. Wie gelingt es, die hohen Ansprüche in der entwicklungs- und umweltpolitischen Bildungsarbeit mit den jüngsten Gliedern der Gesellschaft zu verwirklichen? Hohe Sensibilität und pädagogische Kompetenz sind gefragt, um Kinder mit der gewachsenen Komplexität in der global gewordenen Welt nicht zu überfordern.

Lernvoraussetzungen

Entwicklungspsychologische Grundkenntnisse, sind eine Voraussetzung für die Arbeit mit Kindern an sich und im besonderen für das globale Lernen. Denn Kinder können ihr Leben noch nicht in den Dimensionen der einen Welt im Sinne eines „global citizenship“ denken, einfach weil ihr Vorstellungsvermögen von Zeit und Raum noch nicht ausgeprägt ist. Sie dürfen nicht schonungslos mit den schuldhaften Strukturen der Welt konfrontiert werden, weil sie sehr schnell Schuldgefühle entwickeln. Globales Lernen unterlässt es, Kinder für vermeintlich politisch korrekte Ziele zu instrumentalisieren.

Deshalb steht die Lebenswelt der Kinder im Mittelpunkt des globalen Lernens mit den Jüngsten. Aus dieser Perspektive geschieht der Blick in die Welt. Globales Lernen grundsätzlich und mit Kindern bedeutet, die Welt verstehen zu lernen und Möglichkeiten des Perspektivwechsels einzuüben. Das ist in Projekttagen am Ende eines Schuljahrs oder mit einmaligen Aktionen allein nicht zu leisten. Globales Lernen ist eine Regelpraxis und so zu praktizieren. das bedeutet für die Arbeit mit Kindern, kontinuierlich mit ihnen gemeinsam Neugier, Empathie, Offenheit und Toleranz zu entwickeln vor dem Hintergrund der Globalisierung und ihrer Herausforderungen.

Subjektorientierung

Bereits 1998 hat die aej in Kooperation mit dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) ein Rahmenkonzept für globales Lernen mit Kindern erarbeitet und publiziert. Darin sind Kinder als oft vernachlässigte Zielgruppe entwicklungs- und umweltpolitischer Bildung in den Blick genommen. In vielen Projekten und Aktionen der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit entwickelt sich globales Lernen zu einem integralen Bestandteil der Arbeit und erweist sich als Chance für subjektorientierte Bildung. Subjektorientiert und global zu lernen heißt: Alle lernen gemeinsam. Ob in den Praxisideen zum Fairen Handel oder im Pilotprojekt „GlobalKids“ – Kinder sind nicht die allein Lernenden, sondern Partnerinnen und Partner in einem Lernprozesses, in dem sich alle weiterentwickeln können, Kinder wie ehrenamtliche und hauptberuflich Mitarbeitende auch. Denn entscheidend für die Zukunft ist, wie wir lernen.

 

aej-Publikationen zum Thema

01.01.2002

Praxisideen zum Fairer Handel

Eine wahre Fundgrube an Ideen und Tipps zur Planung und Durchführung von Aktionen zugunsten des Fairen Handels bietet dieser „Fair"-Führer für Jugendarbeit in Kirchengemeinde, Schule und Stadt. Mit erprobten Rezepten zum...
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01.01.2001

Neues Lernen für globale Solidarität

Entwicklungsbezogene Bildung in kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit.
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Weitere Literaturhinweise

Hallitzky, Maria / Mohrs, Thomas
Globales Lernen
Baltmannsweiler 2005

Overwien, Bernd
Lernen und Handeln im globalen Kontext
Frankfurt/Main 2000

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