Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Zukunftsfähigkeit

Zukunftsfähigkeit ist ein anderes Wort für Nachhaltigkeit und ebenso ein „Containerbegriff“, den jede und jeder nutzt, wie es gerade passt. Ob Zukunftskongress oder Zukunftspapier – ganz Deutschland blickt nach vorn. Doch worum geht es tatsächlich?

Die Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ bringt es auf den Punkt und fordert einen grundlegenden Kurswechsel in Politik und Wirtschaft angesichts der globalen Herausforderungen wie Klimawandel, Hungerkrise, Rohstoffknappheit und Naturzerstörung. Spätestens seit dem Erscheinen der Studie  im Herbst 2008 ist das Wort "Zukunftsfähigkeit" klar definiert und  aus der entwicklungs- und umweltpolitischen Debatte nicht mehr wegzudenken. Die Herausgeber, der  Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), „Brot für die Welt“ und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED), geben mit der spannend zu lesenden Studie einen bedeutsamen Anstoß für die gesellschaftliche Debatte über die Zeichen der Zeit.

Wirtschaftswachstum ein Allheilmittel?

Während das Ernährungsproblem in den Ländern des Südens drastische Ausmaße annimmt und der Klimawandel nicht mehr geleugnet werden kann, geht in Politik und Wirtschaft vieles weiter wie bisher. Vom Bau neuer Kohlekraftwerke bis zum Streit über die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, von der Abwrackprämie zur Bankenrettung – wirtschaftliches Wachstum gilt ungebrochen als Allheilmittel zur Bewältigung der globalen Krisen.

Diesem scheinbar unverrückbaren Dogma stellt sich die Vision von der Zukunftsfähigkeit in den Weg. „Anders, besser, weniger!" lautet die Faustregel, mit der die Studie zu einer nachhaltigen Politik- und Wirtschaftsweise ebenso aufruft wie zu einem entsprechenden Lebensstil. Dieses einfache Motto richtet sich gegen die Naturvergessenheit der Wirtschaftsweise und des Lebensstils nach westlichem Modell. Die Güter dieser Erde sind begrenzt. Allein deshalb ist grenzenloses Wirtschaftswachstum unmöglich. Anders, besser, weniger! – die drei Worte stehen für den Dreiklang von Effizienz, Konsistenz und Suffizienz. Das bedeutet: Es genügt nicht, allein auf Schlüsseltechnologien und erneuerbare Energien und auf einen naturverträglichen Lebensstil zu setzen. Insgesamt muss der Umweltverbrauch deutlich reduziert werden. Weniger ist mehr, denn es geht um die Zukunft der Menschen.

Selbstverständlich nachhaltig

Die Evangelische Jugend bringt sich von Anfang an in die Debatte um unsere Zukunft ein. Der Beschluss „Selbstverständlich nachhaltig“ ist ein Ergebnis dieses Diskussionsprozesses, wie auch die Aktion „Blog mal offline!“ und die Mitarbeit und Bildungsmaterialien. „Mach mal Zukunft!“ ist das Stichwort für das vielfältige Engagement der Evangelischen Jugend für eine nachhaltige Entwicklung, sprich: Zukunftsfähigkeit.

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