Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Grundlagen und Hintergrundinformationen

Rechtsextremismus
Foto: blai server/flickr.de

Fremdenfeindlichkeit und rechtsextremes Gedankengut sind in unserer Gesellschaft kein Randphänomen. Rechtsextremismus ist ein zentrales Problem der demokratischen Gesellschaft in unserem Land und tritt auf vielfältige Art und Weise auf. Doch Abwandlungen dieses braunen Gedankenguts sind nicht nur auf rechte Gruppierungen beschränkt. In weiten Teilen der Gesellschaft fallen Teile rechtsextremer Propaganda auf fruchtbaren Boden. Auch im Alltagsleben finden sich intolerante Grundeinstellungen, autoritäre Denkmuster, Gewaltbereitschaft gegen Andersdenkende und eine Ablehnung von Menschen mit Migrationshintergrund wieder. Diese Grundstimmung mobilisiert rechtsextreme Gruppen, die versuchen, auf diese Potentiale aufzusetzen, die Gesellschaft zu radikalisieren und politische Macht zu organisieren.

Rechtsextremismus findet sich in der Mitte der Gesellschaft und allen Altersgruppen wieder. Die Jugend ist eine begehrte Zielgruppe rechtsextremer Organisationen. Beeinflusst durch eine schwierige Situation am Arbeitsmarkt, die Auswirkungen der zunehmenden Globalisierung und die Bedrohung der Umwelt sowie die Veränderung traditioneller Familien- und Sozialstrukturen sieht sich unsere Gesellschaft vor Problemen, die nicht von heute auf morgen gelöst werden können. Hier setzen rechtsextreme Parteien an. Sie bieten vermeintliche Lösungen und geben vor, bei ihnen sei Orientierung und sozialer Halt zu finden.

Jeder Rückzug demokratischer Organisationen aus der gesellschaftlichen Verantwortung bietet rechtsextremen Politik- und Identitätsangeboten die Möglichkeit der Entfaltung. Die Veränderung von sozio-kulturellen Milieus, in denen Demokratie gelebt wird, erleichtert die soziale und organisatorische Ausbreitung rechtsextremer Organisationen. Der Mangel an Angeboten demokratischer und wertgebundener Jugendarbeit hinterlässt Lücken, die Rechtsextreme nutzen und füllen. Die Reichweite demokratischer Institutionen wird dadurch beschränkt. Diese Schwäche der demokratischen Gesellschaft erhöht die Wirksamkeit rechtsextremer sozialer Initiativen.

Informations- und Dokumentationszentrum für Antirassismusarbeit (IDA e. V.)

Logo IDA

Um rassistischen oder rechtsextremen Tendenzen in der Gesellschaft zu begegnen und diese abzubauen, setzen sich die bei IDA zusammenarbeitenden Jugendverbände gemeinsam für entsprechende gesellschaftliche Veränderungen ein, entwickeln Informations- und Aufklärungsstrategien und konzipieren pädagogische Maßnahmen.

Die aej ist Gründungsmitglied von IDA. Das Zentrum wurde 1990 auf Initiative von demokratischen Jugendverbänden in der Bundesrepublik Deutschland gegründet, um ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen. Derzeit sind 28 Verbände Mitglied von IDA, darunter Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings, des Rings politischer Jugend und die Deutsche Sportjugend.

Handlungsfelder

Zu den Aufgaben von IDA zählt es, über Beobachtungen und Entwicklungen von Fremdenfeindlichkeit zu informieren. IDA sammelt Informationen aus den Themenbereichen Rassismus, Rechtsextremismus, Migration und Interkulturalität und gibt sie an interessierte Personen und Organisationen weiter. Dies sind vorwiegend Jugendverbände, Vereine, Initiativen, Schulen und Multiplikator(inn)en aus der Jugendarbeit.

Ein Arbeitsschwerpunkt von IDA liegt in der Erstellung von Verzeichnissen über Referent(inn)en, Filmen und Videos, Bildungs- und Unterrichtsmaterial, Ausstellungen, Künstler(inn)en und Spielen, die bei Veranstaltungen eingesetzt werden können.

Einen weiteren Arbeitsschwerpunkt bildet die Zusammenstellung von Materialien, die sich für Multiplikator(inn)en in Schule und Jugendarbeit eignen, z. B. zu Toleranz, Integration, interkultureller Jugendarbeit, antirassistischen Trainings oder Migration.

Weiterhin gibt IDA die regelmäßig erscheinende Infomail heraus, die aktuelle Informationen aus der Jugendverbands- und Antirassismusarbeit vorstellt, Hinweise auf Neuerscheinungen gibt und Veranstaltungen ankündigt. Schließlich veranstaltet IDA Fachtagungen, Seminare, Workshops und Methodentrainings zu fachspezifischen Themen.

Die Vielfalt-Mediathek

Informativ, vielseitig und nachhaltig:

In der Vielfalt-Mediathek des IDA e. V. und DGB Bildungswerkes Bund können sich Fachöffentlichkeit und andere Interessierte über Projekte, Aktionen und Dokumentationen aus den drei XENOS-Programmen "Integration und Vielfalt", "Ausstieg zum Einstieg" und "Arbeitsmarktliche Unterstützung für Bleibeberechtigte und Flüchtlinge" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der 2010 abgeschlossenen Bundesprogramme "VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie" und "kompetent. für Demokratie – Beratungsnetzwerke gegen Rechtsextremismus" des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend informieren.

Darüber hinaus finden sich Materialien aus dem Aktionsprogramm "Jugend für Toleranz und Demokratie – gegen Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus" und seinen drei Teilbereichen ENTIMON, CIVITAS und XENOS aus den Jahren 2002 bis 2006. 

Zukünftig werden auch Materialien aus dem 2011 gestarteten Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" aufgenommen.

Literaturhinweis

aej information 2/2011

Wer vom Rassismus nicht sprechen will, sollte vom Rechtsextremismus schweigen.

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