Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Grundlagen Kinder- und Jugendschutz

S. Hofschlaeger/pixelio.de

Am 1. Oktober 2005 trat eine wesentliche Veränderung des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII/KJHG) in Kraft, die auch die Kinder- und Jugendarbeit zum Handeln zwingt. Ziel der Gesetzesreform ist es vorrangig, den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Vernachlässigung und Misshandlung zu verbessern. Mit den neuen Regelungen in den §§ 8a und 72a SGB VIII/KJHG werden die Aufgaben der öffentlichen und freien Jugendhilfe konkretisiert. Auch die Evangelische Jugend als Teil der Kinder- und Jugendhilfe hat teil an dieser Verantwortung. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen in akuten Gefährdungssituationen ist die Kernaufgabe von qualifizierten Fachinstitutionen wie Jugendämtern, Beratungsstellen oder Einrichtungen, die junge Menschen in Obhut nehmen. Aber auch die anderen Arbeitsbereiche der Kinder- und Jugendhilfe, wie etwa die Jugendverbände können und sollen sich an einem wirksamen Schutz beteiligen, um Kinder und Jugendliche vor Gefährdungen zu schützen. Niemand, der in der Kinder- und Jugendhilfe tätig ist, darf seine Augen verschließen, wenn sich ein Kind oder ein(e) Jugendliche( r) in einer Notlage befindet.

Besondere Verantwortung der Evangelischen Jugend

Die Evangelische Jugend ist ein weitgehend von jungen Menschen selbstbestimmter Raum mit sehr vielfältigen Arbeitsformen in unterschiedlichen Settings von Gruppen. Die überwiegende Anzahl der Angebote wird von jungen Menschen selbst und von ehrenamtlichen Mitarbeiter(inne)n gestaltet und verantwortet. Dies ist eine wirkungsvolle Gelegenheitsstruktur für junge Menschen bei der Entwicklung einer eigenständigen und selbstbestimmten Persönlichkeit. Dies ist ein wichtiger – präventiver – Teil des Schutzauftrages der Kinder- und Jugendhilfe und ein wichtiger Beitrag der Kinder- und Jugendarbeit. Jugendverbände müssen aber auch in der Lage sein, jungen Menschen in konkreten Notsituationen zu helfen. Gerade ehrenamtlich Tätige benötigen Unterstützung, um sich dieser Aufgabe stellen zu können.

Zahlreiche Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen haben gezeigt, dass Gefährdungen auch im Verband selbst in den Blick genommen werden sollen. Übergriffe auf Schutzbefohlene und sexueller Missbrauch kommen auch in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit vor. Daher muss alles getan werden, um die Prävention voranzutreiben und den Verband zu einem sicheren Ort zu machen. Der Schutzauftrag und die Prävention von Gewalt und Missbrauch im Verband selbst müssen verlässlich umgesetzt werden.

 

 

Weiter im Thema

Führungszeugnisse

Prävention sexualisierter Gewalt

Umsetzung des Schutzauftrages – Vereinbarungen abschließen

Prävention in der Freizeitenarbeit

Achtung: Die Umsetzung des Rauchverbotes in Einrichtungen der Jugendhilfe ist in den unterschiedlichen Ländern unterschiedlich geregelt. 

Jugendschutz in Europa - Protection of minors

Erstmalig in Europa hat die BAJ (Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V.) die gesetzlichen Regelungen der Mitgliedsländer der Europäischen Union zum Jugendschutz auf einer Webseite zusammengetragen.

Wann dürfen Jugendliche z. B. in Spanien, England oder in Kroatien in eine Diskothek, wann dürfen sie in der Öffentlichkeit rauchen und wie steht es mit dem Alkohol? Wie lange dürfen sich Kinder an öffentlichen Plätzen aufhalten? Und darf ein Jugendlicher in den Ferien im europäischen Ausland etwas Geld für die Reise hinzu verdienen?

Mit der neuen Webseite www.jugendschutz-in-europa.de bzw. www.protection-of-minors.eu werden diese Fragen nun einfach und schnell beantwortet.

Erstmalig in Europa hat die BAJ (Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V.) die gesetzlichen Regelungen der Mitgliedsländer der Europäischen Union zusammengetragen und auf zweierlei Arten in deutsch und englisch zur Verfügung gestellt. Über die Auswahl nach Ländern erhalten Sie die 14 wichtigsten Fragen und Antworten zum Jugendschutz für jedes einzelne Land.

Aber nicht nur für Eltern und Jugendliche ist dieses Angebot interessant. So können Politiker, Journalisten oder interessierte Bürger über die Auswahl einer Kategorie die Regelungen der aufgeführten Länder schnell miteinander vergleichen.

(Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Jugendschutz)

 

 

 

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