Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Ländlicher Raum

Gegensatz ländlich städtisch
Foto: Dom Dada/flickr.com

Der Begriff „Ländlicher Raum“ umfasst sehr unterschiedliche Lebenslagen.

Ländliche Räume, die an Ballungsgebiete angrenzen, sind in der Regel inzwischen von städtischen Entwicklungen geprägt. Sie profitieren von der Infrastruktur der Ballungsgebiete und ihrer wirtschaftlichen Entwicklungen. Häufig sind sie Zuzugsgebiet von eher bildungsnahen und wirtschaftskräftigen Bevölkerungssegmenten.

Andererseits verzeichnet der ländliche Raum strukturschwache Gebiete mit niedriger Wirtschaftskraft, geringeren Erwerbsmöglichkeiten und einer für das soziale und kulturelle Leben defizitären Infrastruktur.
Für Kinder, aber vor allem für Jugendliche mit ihren biografisch spezifischen Bedarfslagen und Bedürfnissen bedeutet Leben im ländlichen Raum ein höheres Maß an Anforderungen und Organisationsressourcen. In strukturschwachen Gebieten – oft in den östlichen Bundesländern, aber nicht nur dort – sind die Startchancen und Lebensqualitäten genauso wie die Bildungs- und vor allem Berufsperspektiven oft höchst negativ und prekär. Abwanderung ist darum für Jugendliche eine reizvolle Option, oft sogar ein Muss. Einige kehren nach der Ausbildung bei entsprechenden Arbeitsplatzangeboten gerne wieder zurück.

Die evangelische bzw. kirchliche Kinder- und Jugendarbeit ist in vielen Regionen eines der wenigen verbliebenen kontinuierlichen Angebote. Sie hat aber gerade in strukturschwachen Gebieten mit vielerlei Problemen (Abwanderung, Ausdünnung finanzieller und personeller Ressourcen) zu kämpfen. Sie reagiert andererseits mit kreativen und situationsangepassten Modellen der Kinder- und Jugendarbeit.

Schriftgröße:
© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)