Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Jugend in Beziehungen, hier: Gleichaltrige und Peergroups

Peergroup
Foto: Shavar Ross / flickr.com

Mit zunehmendem Alter orientieren sich Kinder und Jugendliche immer stärker an ihren Bezugspersonen aus Gleichaltrigengruppen bzw. aus ihren „Peergroups“. „Peers“ sind in der Regel ähnlichen Alters, sind aber auch durch gleiche Interessen und oft auch durch vergleichbare soziale Herkunft und  Milieus oder auch durch jugendkulturelle Stile und Szenen gekennzeichnet. Auch wenn in der kirchlichen Kinder- und Jugendarbeit das Prinzip genereller Offenheit tradiert wird, zeigt sich auch hier in den Gemeinschaftsformen eine starke Milieu- und Interessensbindung.

Peergroups übernehmen wichtige informelle Sozialisationsfunktionen und haben einen entscheidenden Anteil an der Emanzipation von der Herkunftsfamilie und vom Elternhaus.

Im geschützten Raum der Freunde und Freundinnen werden nicht nur soziale Verhaltensweisen eingeübt und Kompetenzen entwickelt, sondern hier erleben Jugendliche „Gemeinschaft“, in der sie sich wohlfühlen und in der sie sich über ihr Leben verständigen können, sich austauschen können und gemeinsam Probleme und Konflikte – gerade auch mit den Eltern oder anderen Autoritätspersonen aus gesellschaftlichen Sozialisationsinstanzen wie Lehrer(innen) oder Pfarrer(innen) - bewältigen lernen. Problematisch wird die Funktion von „Peergroups“, wenn sie gesellschaftlich isolieren (das kann es auch im christlichen Bereich geben!) oder wenn sie durch ihre Dominanz in prekären Zusammenhängen zu schädlichen Verhaltensweisen wie Drogenkonsum, Gewalt und Risikoverhalten führen.

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