Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Die EU-Jugendstrategie (2010-2018)

EU-Parlament
Foto: Christian Beilborn/jugendfotos.de

Seit dem 1. Januar 2010 gilt für die europapolitische Zusammenarbeit im Jugendbereich die neue EU-Jugendstrategie. Sie wurde vom Jugendminister(innen)rat im November 2009 verabschiedet und trägt den offiziellen Titel „Entschließung des Rates über einen erneuerten Rahmen für die jugendpolitische Zusammenarbeit in Europa (2010-2018)". Zur Ausgestaltung der Strategie gab es einen umfassenden nationalen und europäischen Konsultationsprozess, an dem die aej u. a. über die Dachorganisationen des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) und die Arbeitsgemeinschaft der Kinder- und Jugendhilfe (AGJ) mitgewirkt hat.

Die EU-Jugendstrategie steht in der Linie des „Weißbuch Jugend", welches die Kommission 2001 heraus gegeben hat, des „Europäischen Pakts für die Jugend“ (2005) sowie des "Strukturierten Dialogs mit der Jugend" (2006) und führt die dort bereits vorhandenen Ansätze fort und zusammen. Mit der  EU-Jugendstrategie setzt die Europäische Union (EU) neue Schwerpunkte und beschreibt den Handlungsrahmen europäischer Jugendpolitik bis 2018. Erstmals verabschiedet die EU mit ihrer Jugendstrategie einen umfassenden jugendpolitischen Ansatz, der bereichsübergreifend angelegt ist und eine höhere Verbindlichkeit bei der Partizipationsförderung junger Menschen einfordert.  Auch wenn offen bleibt, wie die neue EU-Jugendstrategie umgesetzt werden soll, handelt es sich um eine deutliche Aufwertung und Stärkung der europäischen Zusammenarbeit im Jugendbereich.

Hauptziele und Aktionsfelder

Die Jugendstrategie verfolgt zwei Hauptziele:

  • Mehr Möglichkeiten und mehr Chancengleichheit für alle jungen Menschen im Bildungswesen und auf dem Arbeitsmarkt
  • Förderung des gesellschaftlichen Engagements , der sozialen Eingliederung und der Solidarität aller jungen Menschen.

Diese Ziele sollen in acht Aktionsfeldern erreicht werden:

  • Allgemeine und berufliche Bildung
  • Gesundheit und Bildung
  • Freiwilligentätigkeit
  • Jugend in der Welt
  • Beschäftigung und Unternehmergeist
  • Teilhabe
  • Soziale Eingliederung
  • Kreativität und Kultur

Definition von Jugendarbeit

Über die Hauptziele und Aktionsfelder hinaus, erhält  Jugendarbeit eine europäische Definition, die über das deutsche Verständnis von Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit weit hinausgeht.

„Jugendarbeit ist ein breitgefasster Ausdruck, der ein breites Spektrum an Aktivitäten sozialer, kultureller, bildungs- oder allgemeinpolitischer Art umfasst, die von und mit jungen Menschen und für diese durchgeführt werden. Diese erstrecken sich zusehends auch auf Sport und Leistungsangebote für junge Menschen. Die Jugendarbeit gehört zum Bereich der außerschulischen Erziehung sowie der zielgruppenorientierten Freizeitbeschäftigung, die von professionellen oder freiwilligen Jugendleiter(inne)n durch geführt werden, und beruht auf nicht-formalen Lernprozessen und auf freiwilliger Teilnahme“.

Methoden und Instrumente

Als Methoden und Instrumente legt die Strategie gemeinsame Arbeitszyklen mit Prioritäten, die sich aus den Aktionsfeldern speisen, Peer Learning, Fortschrittsberichte, Verbreitung von Ergebnissen, Prozessverfolgung, Konsultationen und Strukturierter Dialog mit jungen Menschen und Jugendorganisationen, Erkenntnisgewinnung und auf gesicherten Erkenntnissen beruhende Jugendpolitik sowie den Einsatz von EU-Programmen und EU-Mitteln fest.

Die Evangelische Jugend in Deutschland will mit ihrem europapolitischen Engagement dazu beitragen, dass die EU-Jugendstrategie in allen Feldern der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bekannt ist, diskutiert wird und zur aktiven Ausgestaltung auf nationaler und europäischer Ebene beiträgt.

 

 

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