Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Jugendmobilität

Jugendliche erfrischen sich in einem Brunnen
Foto: Tobias Goldkamp/flickr.de

Das Thema Jugendmobilität gewinnt auf europäischer Ebene zunehmend an politischer Bedeutung.  Die Initiative von Kommissionspräsident  Barroso „Youth on the move“ ist dafür ein deutliches Signal. Sie findet Eingang in die neue EU-Wirtschaftsstrategie 2020 und beeinflusst erste Überlegungen zur neuen Programmgeneration europäischer Förderprogramme ab 2014. Davon ist auch das Förderprogramm JUGEND IN AKTION betroffen.

Was mit dem Jugendaustausch begonnen, sich in den Mobilitätsprogrammen für Schule, Studium, Ausbildung, Praktikum bis zum europäischen Freiwilligendienst fortgesetzt hat, soll sich in größerem Ausmaß weiterentwickeln. Im Jahr 2006 konnten rund 310.000 junge Menschen im Rahmen europäischer Programme an Mobilitätsmaßnahmen teilnehmen. Dies sind europaweit jedoch nur 0,3 Prozent der Altersgruppe der 16- bis 29-jährigen.

Besondere Vorstöße macht die EU in diesem Feld mit dem „Grünbuch Mobilität zu Lernzwecken“, mit dem „Grünbuch Migration und Mobilität“ und der „Empfehlung des Jugendminister(innen)rates über die europaweite Mobilität junger Freiwilliger“. Erstmalig wurde damit im Jugendbereich eine „Empfehlung“ ausgesprochen - ein stärkeres Rechtsinstrument als die bisherigen Entschließungen und Schlussfolgerungen – das zeigt einmal mehr, wie bedeutsam das Thema auf der europäischen Ebene gesehen wird.

Zum Handeln sieht sich die EU veranlasst, weil sich weit mehr junge Menschen im europäischen Ausland engagieren möchten als es bisher möglich ist. Der Jugendminister(inn)enrat empfiehlt, dass die Mitgliedsstaaten und ihre zivilgesellschaftlichen Organisationen mehr Gelegenheiten für das Engagement junger Menschen aus anderen Mitgliedsstaaten bieten sollen. Im Grunde zielen die Initiativen der EU letztlich vorrangig auf die Erhöhung von Mobilität zu beruflichen Zwecken.

Durch die lange Tradition internationaler Jugendbegegnungen und durch die Trägerschaft des Diakonischen Jahres im Ausland sowie des Europäischen Freiwilligendienstes der Evangelischen Freiwilligendienste für junge Menschen, sieht die  Evangelische Jugend sich eng mit dem Mobilitätsziel der EU verbunden.

Sie begleitet die Vorstöße der EU jedoch kritisch, wenn diese die besonderen Rahmenbedingungen freier Träger beschneidet, die Sichtbarkeit und Anerkennung non-formaler Bildung zurückdrängt und junge Menschen nur arbeitsmarktbezogen betrachtet.

 

Downloads

Schriftgröße:
StartseiteThemenEuropaKinder- und Jugendpolitik › Jugendmobilität
© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)