Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

jung.vielfältig.engagiert

Brücken bauen, Verbindungen schaffen! Die aej-Fachtagung jung.vielfältig.engagiert. nimmt die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen in der Migrationsgesellschaft in den Blick

jung.vielfältig.engagiert - war nicht nur das Motto, sondern auch das Bild, das bei der Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) vom 16. bis 17. März in Berlin vermittelt wurde. Im Fokus der Tagung standen das bundesweite TANDEM-Projekt als Beitrag zur Interkulturellen Öffnung der Evangelischen Jugend sowie das Coaching-Projekt zur jugendverbandlichen Unterstützung von Vereinen Jugendlicher mit Migrationshintergrund der aej.

Vom Jahrmarkt der Projektpartner(innen), einem parlamentarischen Empfang, über wissenschaftliche Vorträge, bis hin zu Workshops reichte das vielfältige Programm. Nicht nur das Programm, sondern auch die Teilnehmenden zeigten sich vielfältig: Ehrenamtliche und Hauptberufliche unterschiedlicher Jugendverbände, Träger der Jugendsozialarbeit, Migrant(inn)enorganisationen sowie Akteure aus Politik, Kirche, Wissenschaft und Fachorganisationen diskutierten über die Beteiligung junger Menschen in der Migrationsgesellschaft.

Diskussionspunkte der Fachtagung 

Zur Migrationssituation in Deutschland stellte Prof. Dr. Paul Mecheril von der Universität Innsbruck in seinem Fachvortrag fest: „Deutschland ist ein Land mit Migrationshintergrund, das ein Identitätsproblem hat.“ Gesellschaftlich gehe es darum Deutschland als Migrationsgesellschaft wahrzunehmen und anzuerkennen. In Bezug auf die Lebenssituation junger Menschen zeigte der Prälat und Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und bei der Europäischen Union Dr. Bernhard Felmberg auf: „In Deutschland sind die Lebensperspektiven junger Menschen leider immer noch stark abhängig von sozialer, ethnischer und kultureller Herkunft.“ Um diese Situation zu ändern, setzt sich das Jugendministerium, so Lutz Stroppe vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) für Chancengerechtigkeit ein: „Ziel des Ministeriums ist es, dass alle jungen Menschen sich nach ihren Fähigkeiten entfalten können und dafür die Grundlagen zu legen, also für gleiche Chancen zu sorgen.“

Forderungen der Jugendvertreter(innen)

Stellvertretend für die engagierten Jugendlichen aus christlich-ökumenischen Organisationen Jugendlicher mit Migrationshintergrund im Coaching-Projekt erklärte die Vorsitzende der Jugend der vietnamesischen Tin-Lanh Gemeinde Thai An Vu: „Wir als Jugendorganisation wünschen uns, dass wir von den großen Verbänden wie der EKD stärker wahrgenommen und gehört werden. Außerdem hoffen wir, dass Berührungsängste von beiden Seiten aus abgebaut werden.“ Robert Rieger, Streetworker der Ev. Landjugend Bayern in Pappenheim, als Vertreter des TANDEM-Projekts, betonte: „Integration bedeutet Brücken zu bauen von Mensch zu Mensch. Sie kann nur da funktionieren, wo man alle in den Blick nimmt. Fördermittelgeber, die den Fokus nur auf eine Gruppe wie beispielsweise Drittstaatsangehörige legen, schränken diesen Ansatz ein. Hier wäre mehr Freiraum wünschenswert.“

Eindrücke von der Fachtagung

 
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