Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Zukunft des Programms JUGEND IN AKTION: Ein integriertes Bildungsprogramm "Erasmus für alle"

bellmers / www.pixelio.de

Die Laufzeit der meisten EU-Förderprogramme ist entsprechend dem aktuellen mehrjährigen Finanzrahmen der EU bis 2013 begrenzt. So auch die von JUGEND IN AKTION.

Das EU-Förderprogramm JUGEND IN AKTION hat durch nationale ("Unter der Lupe" - Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitung von JUGEND IN AKTION) und europaweite Evaluationen (Zwischenevaluation des EU-Programms JUGEND IN AKTION 2007-2009) sehr gute Kritiken erhalten.

Dennoch schlägt die EU-Kommission am 23. November 2011 kein eigenständiges Jugendprogramm mehr vor, sondern ein integriertes Bildungsprogramm mit dem Namen „Erasmus für alle“.

Die Kommission hat ihren Vorschlag dabei mit folgenden Worten eingeleitet, und es wird deutlich, woher der Wind weht: „Bildung und Ausbildung sind nun wichtiger denn je für Innovation, Produktivität und Wachstum, besonders im Kontext der gegenwärtigen ökonomischen und finanziellen Krise, und mit dem nach wie vor nicht ausgeschöpften Humankapital Europas. Es muss mehr unternommen werden, um sicherzustellen, dass Bildungs- und Ausbildungssysteme dasjenige Wissen und die Fertigkeiten fördern, die ein globalisierter Arbeitsmarkt erfordert“.

Die besonderen Lerngelegenheiten, die Jugendarbeit bietet, und die Wichtigkeit einer eigenständigen Jugendpolitik, wie sie noch in den Auswertungen des Programms JUGEND IN AKTION und in der EU-Jugendstrategie formuliert werden, sind mit dem Programmvorschlag vollständig ignoriert. Kommissionspräsident Barroso sieht für alle neuen Programme die Gesamtstrategie „Europa 2020 - eine Strategie für Wachstum und Beschäftigung“ leitend. In der jugendrelevanten Leitinitiative dieser Strategie „Jugend in Bewegung - Youth on the Move“ stehen dabei im Vordergrund die Senkung der Schulabbrecherquote, die Erhöhung des Anteils der höheren Schulabschlüsse und die Reduzierung von Arbeitslosigkeit. Die Stärkung einer aktiven Unionsbürgerschaft und die Beteiligung Jugendlicher am politischen und gesellschaftlichen Leben treten dahinter zurück.

Der Vorschlag der EU-Kommission hat in Deutschland zu zahlreichen Initiativen und Positionierungen für den Erhalt eines eigenständigen Jugendprogramms geführt. Ein eigenständiges Jugendprogramm fand jedoch keine Mehrheit bei den europäischen Mitgliedsstaaten. Erreicht wurde dafür ein eigenständiges Jugendkapitel, das jugendpolitische Mindestanforderungen aus deutscher Sicht erfüllt und wesentliche Aktionen aus dem Programm „Jugend in Aktion“ weiterführt.

Die Verhandlungen zwischen EU-Kommission, EU-Rat und EU-Parlament sind jedoch noch nicht zu Ende. Aktuell positioniert sich das EU-Parlament zum Vorschlag der Kommission. Erst die Trilogverhandlungen zwischen den Institutionen werden die endgültige Fassung des neuen Programms – mit sicher noch einigen Kompromissen – hervorbringen. Außerdem ist das Budget für das Programm abhängig von den immer noch offenen Verhandlungen zum neuen mehrjährigen Finanzrahmen der EU (2014-2020).

Die aej hat sich zusammen mit anderen Jugendorganisationen, dem Europäischen Jugendforum, dem Deutschen Bundesjugendring, vielen anderen Verbänden und Trägern sowie einigen europäischen Mitgliedstaaten für den Erhalt eines eigenständigen Programms bzw. in den weiteren Verhandlungen für ein gut ausgestattetes Jugendkapitel eingesetzt. Und sie verfolgt und nimmt Einfluss auf die weiteren Detailverhandlungen - insbesondere durch ihre Präsenz in Brüssel.

Mit den Links und Downloads können die Verhandlungen zum neuen Programm auf dieser Seite verfolgt werden.

Downloads

Europäische Kommission

Education and Culture DG: Erasmus für alle - Kreatives Europa
Einrichtung des EU-Programms Erasmus für alle
Fachartikel aej: Ab 2014 kein eigenes EU-Jugendprogramm mehr

Europäischer Rat Mitgliedstaaten

Proposal for a regulation of the EU Parliament and Council for Erasmaus for all
Kurzinformation aej: EU Ratsbeschluss Erasmus für alle

Europäisches Parlament

Doris Klingenhagen, aej: Cult-Ausschuss-Entscheidung über Erasmus für alle

Jugendverbände

101125_Klingenhagen, aej: Konsultation über das zukünftige europäische Jugendprogramm.pdf
110330_Sachstand und Vorgehen aej und kath. Büro.pdf
DBJR Vorschlag Lobbybrief JUGEND IN AKTION
DBJR Opinion Paper Further Development of YOUTH programme after 2013
111206_aej: Informationen Einschätzungen zu Erasmus für alle.pdf
7/2012_DBJR: Erasmus für alle ist nicht intelligent, nachhaltig und integrativ
120209_DBJR Pressemeldung: Jugendarbeit muss im EU-Programm Erasmus für alle erkennbar bleiben

Bayerischer Jugendring: Stellungnahme zu Erasmus für alle.pdf

Regierung

Position der Bundesregierung zu einem künftiges EU-Jugendprogramm ab 2014

110817_Non-Paper für eine gemeinsame Positionierung von MS für ein eigenständiges EU-Jugendprogramm ab 2014

12 11 06_Nationaler Beirat: Empfehlungen zur Gestaltung des neuen Programms ab 2014.pdf

120116_Nationaler Beirat: Stellungnahme zu Erasmus für alle.pdf

120131_Bundesrat Empfehlungen der Ausschüsse.pdf

Zivilgesellschaft

101028_Anforderungen an das zukünftige EU-Jugendprogramm ab 2014 Stellungnahme AGJ.pdf

Jugend für Europa: Bewertung des Vorschlags zur Einrichtung von Erasmus für alle.pdf

4/2011_Forum Jugendhilfe: Erasmus für alle, Artikel von Hans-Georg Wicke

Nationale Agentur Jugend für Europa

Jugend für Europa: Szenario für Jugend in Aktion im Rahmen eines integrierten Bildungsprogramms ab 2014

Jugend für Europa: 13 gute Gründe für ein eigenständiges Jugendprogramm der EU ab 2014

Jugend für Europa: Jugend in Aktion wirkt! Umsetzung: Zahlen und Fakten 2007-2010

Jugend für Europa: Jugend in Aktion wirkt! Flyer

110808_Szenario für JUGEND IN AKTION im Rahmen von "Bildung Europa" (2014 bis 2020)

Schriftgröße:
StartseiteThemenEuropaKinder- und Jugendpolitik › Zukunft des EU-Jugendprogramms
© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)