Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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01.12.2015 01:10 Alter: 177 days

Bibel AnDenken Andacht Dezember 2015


Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2015 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen. Ein Auszug für den laufenden Monat:

Monatsspruch Dezember 2015: "Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen! Denn der HERR hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.“ Jesaja 49, 13 (L)

Andacht Dezember 2015
- von Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche -

Gerechtigkeit und Weihnachten
Andacht

„Gerechtigkeit – das ist ein Thema, mit dem man früher oder später in Berührung kommt“, sagt Svea aus Hamburg. „Als Kind fand man es ungerecht, wenn man vor dem Zubettgehen keine Schokolade mehr essen durfte. Bei einer schlechten Note wurde gegen den Lehrer gewettert, der die geniale Ausführung über dieses doofe Buch von Max Frisch nur nicht richtig verstanden hatte. Für Kinder in anderen Ländern ist es dagegen ungerecht, dass sie nicht einfach auf die Straße treten können, weil sie sich vor der Drogenmafia fürchten müssen.“ (Zitat aus: weltbewegt, Ausgabe Juni/August 2014; Gerechtigkeit, Hrsg.: Zentrum für Mission und Ökumene)
Die 19-jährige Svea ist in ihrem Freiwilligen Ökologischen Jahr auf das Thema „Gerechtigkeit“ gestoßen.

Das gibt es schon immer. Viele Menschen erleiden Unrecht und kämpfen für Gerechtigkeit. Einer von ihnen hat vor über 2000 Jahren gelebt: der Prophet Jesaja. Er hat viel über Gerechtigkeit nachgedacht und gesagt. Zum Beispiel:

Warum war das nötig? Warum musste Gott sein Volk, die Israeliten, trösten? Was war passiert? Und: Hat das alles was mit uns zu tun? Mit der Advents- und Weihnachtszeit 2015?

Die Zeiten damals und heute lassen sich kaum vergleichen. Aber genauso wie heute gab es auch früher politische Verwicklungen, Kriege und Ungerechtigkeit. Die eine Volksgruppe bekämpft die andere bis aufs Blut. Regierende und Herrscher weiten ihren Machtbereich aus, mal durch Diplomatie, mal mit gewaltsamen Eroberungen. Zur Zeit Jesajas sind es die Großmächte Babylonien und Persien, die um die Herrschaft ringen – und das kleine Land Israel wird dabei zum Spielball der Mächtigen.

Und wer hatte darunter zu leiden? Genauso wie heute war es die Zivilbevölkerung, das „normale Volk“, das die politischen Verirrungen auszubaden hatte. Noch schlimmer: Damals wie heute erwischt es im Krieg und in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zuallererst diejenigen, denen es eh schon dreckig geht.

Deshalb musste das Volk getröstet werden.
Deshalb musste den Armen in Israel aus Mitleid geholfen werden.

Was fällt uns heute dazu ein? Wer muss bei uns getröstet werden? Mit wem empfinden wir Mitleid?

„Als besonders ungerecht empfinde ich persönlich zwei Dinge, die ich in Deutschland zu den schwerwiegenderen Ungerechtigkeiten zählen würde. Zum einen das zunehmende Auseinanderklaffen der Schere zwischen Arm und Reich und zum anderen den Umgang mit Flüchtlingen“, so die 17-jährige Sophie. (Zitat aus: weltbewegt, Ausgabe Juni/August 2014; Gerechtigkeit, Hrsg.: Zentrum für Mission und Ökumene)

Ja, ich habe Mitgefühl mit Menschen, die aus ihrer Heimat fliehen müssen und traumatisiert und verzweifelt nach Deutschland kommen.

Ja, wir haben Mitleid mit denen in unserem Land, die aufgrund der wirtschaftlichen Verhältnisse nicht mehr zurechtkommen. Und besonders die Kinder leiden darunter, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat übrig ist.

Ja, auch uns fallen Menschen ein, die Trost und Mitleid dringend brauchen.

Deshalb ist es gut, dass alle Jahre wieder Weihnachten gefeiert wird. Warum? Weil uns Weihnachten wieder an Gott und an die Menschen erinnert, die Gott am Herzen liegen.

Weihnachten ist eine verrückte Geschichte: Gott kommt als kleines, unbedeutendes Kind zur Welt. Ein Mensch, Jesus, wird geboren, der später als junger Mann göttliche Worte spricht. Er will Gerechtigkeit! Er sagt: „Ich erzähle euch die frohe Botschaft für die Armen. Die Gefangenen und Unterdrückten sollen frei sein.“ (nach Lukas 14, 18)

Und dieser Jesus hat nicht nur geredet, er hat auch gehandelt. Er hat getröstet, und er hat Mitleid gehabt. Besonders mit denen, die in der Gesellschaft schlecht dastanden und die nichts wert waren aus Sicht der anderen.

Für mich ist die Advents- und Weihnachtszeit eine wichtige Zeit. Sie rüttelt mich auf. Sie sagt mir: guck genau hin! Wem geht es schlecht? In unserer Gesellschaft, in meiner Stadt in meinem näheren und weiteren Umfeld. Wo verbirgt sich Ungerechtigkeit?

Advent und Weihnachten sind mir wichtig, weil ich erinnert werde: Gott tröstet und Gott hat Mitleid mit uns! Wer darauf vertraut, sieht die Welt mit anderen Augen! Wer das weiß, kann so hoffnungsvolle Sätze sagen wie Svea, von der wir schon am Anfang gehört haben: „Was wäre ein Ozean, wenn nicht eine Ansammlung vieler Wassertropfen?‘ Jeder ist so ein Wassertropfen. Jeder kann Gerechtigkeit schaffen, egal wie klein die Schritte dorthin sind. Jeder Einzelne mehr ist ein Schritt in die richtige Richtung.“

Solche Sätze würden Jesaja gut gefallen. Vielleicht würde er darüber sogar jauchzen …

Jauchzet, ihr Himmel; freue dich, Erde! Lobet, ihr Berge, mit Jauchzen!
Denn der Herr hat sein Volk getröstet und erbarmt sich seiner Elenden.
Amen.

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2015" sind möglich bei der
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Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
Telefon: 0511 1215-0, Fax: -299
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Internet: www.evangelische-jugend.de
Preis pro Exemplar: € 10

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