Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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04.03.2016 08:33 Alter: 83 days

Bibel AnDenken Andacht März 2016


Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2016 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen.

Ein Auszug für den laufenden Monat:
Monatsspruch März 2016: Jesus Christus spricht: „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!“ Johannes 15,9 (E)

Andacht März 2016
- von Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche -

Kettenreaktion der Liebe
Andacht
Gibt es das noch? „Hdl“ – „Hab dich lieb“?

Lange Zeit war das ein beliebtes Kürzel am Schluss einer Kurznachricht. „Hdl“ – „Hab dich lieb“. Ich finde, das klingt auf jeden Fall netter als z. B. „Mit freundlichen Grüßen“ oder nur „Tschüss“.

„Hab dich lieb“, das taucht in dieser Form in der Bibel nicht auf. Aber in einem Satz aus dem Johannesevangelium finden wir sinngemäß dieselbe Aussage:

Jesus Christus spricht:
Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! (Johannes 15,9)

Es ist so etwas wie eine Kettenreaktion der Liebe: Jesus wird von Gott, seinem Vater, geliebt. Jesus liebt uns. Und wir sollen und dürfen in dieser Liebe bleiben.

Woher weiß Jesus eigentlich, dass er geliebt wird? Bei einem besonderen Ereignis aus seinem Leben hören wir davon, nämlich bei seiner Taufe. Nachdem Jesus von Johannes im Jordan getauft wurde, spricht eine Stimme aus dem Himmel: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe (Matthäus 3,17).

Bis zu diesem Zeitpunkt der Taufe hat Jesus sich noch nicht öffentlich hervorgetan. Er hat noch keine Kranken geheilt, kein Wasser in Wein verwandelt. Er hat noch keine imposanten Reden gehalten und auch noch nicht mit den religiösen Autoritäten diskutiert. Und doch hört er: Du bist mein geliebter Sohn! Oder wir könnten auch sagen: Gott sagt: Jesus, „Hdl“, hab dich lieb!

Wenn wir ganz leise sind und ganz genau hinhören, können wir auch heute bei einer Taufe diese himmlischen Worte vernehmen: Dies ist mein geliebtes Kind.

Das Kind, das auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft wird, musste noch nichts leisten in seinem Leben. Es brauchte keine guten Schulnoten mit nach Hause zu bringen und erst recht keinen Einsernotendurchschnitt auf dem Zeugnis zu haben. Vom getauften Kind wird nichts erwartet, es muss keine Fußballkünstlerin und auch kein Bastelkönig sein. Nein, all das ist nicht notwendig.

Dieser Satz gilt ohne Vorbedingung: Du, ja, genau du, bist mein geliebtes Kind! So spricht Gott bei jeder Taufe. Und das gilt natürlich nicht nur für Babys, sondern genauso für die, die sich erst als älteres Kind, als Konfirmandin oder als Erwachsener taufen lassen.

„Hab dich lieb“ – wie sehr brauche ich das! „Hdl“, wenn ich das höre, dann geht es mir gut. Das ist wie ein Sonnenstrahl im Frühling, der mir direkt ins Gesicht scheint. Mit so einem Satz im Ohr kann ich über manchen Ärger hinwegsehen und manche Schlappe in meinem Leben besser wegstecken.

Ich bin mir sicher, so wird es auch denen ergangen sein, die den Satz von der Kettenreaktion der Liebe von Jesus als Erste gehört haben. Seine Jüngerinnen und Jünger oder die christliche Gemeinde, in der das Johannesevangelium vorgelesen wurde.

„Gut, das mag ja alles so sein“, denkst du, „aber bei mir kommt das alles nicht so richtig an. „Hdl“, Hab dich lieb, sagt Gott! Schön, wenn Menschen dadurch früher oder auch heute Kraft zum Leben und Überleben bekommen. Aber ich, ich spür davon so wenig. Was soll ich da tun?“

Könnte ja sein, dass du so denkst. Und könnte auch sein, dass ich das manchmal selbst so empfinde. Wer schwebt schon dauernd auf der Liebeswolke Gottes?!

Also lese ich ein bisschen weiter im Text, vielleicht kann dir und mir das helfen: Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe! Wenn ihr meine Gebote haltet, werdet ihr in meiner Liebe bleiben, so wie ich die Gebote meines Vaters gehalten habe und in seiner Liebe bleibe. Dies habe ich euch gesagt, damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird. Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe (Johannes 15,9-12).

Klar, denkt man, das musste ja so kommen. Nun wird uns also doch gesagt, dass wir etwas tun müssen. Jetzt kommen die Gebote ins Spiel.

Aber! Es ist doch ein ganz besonderes, eigentlich gar kein „richtiges“ Gebot. Stattdessen wird uns nur erklärt, wie das gehen kann, was Jesus uns ans Herz legt, nämlich: Bleibt in meiner Liebe!

Das kann ich auch, ohne jeden Moment und immer ganz überzeugt an Gott zu denken und an ihn zu glauben. Ich kann mich in der Liebe Gottes aufgehoben fühlen, ohne genau zu wissen, wer oder was Gott ist. Das Gebot, das ich eher als Einladung verstehe, lautet: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

Wir wissen alle: In dem Moment, in dem wir das tun, sieht unsere Welt ganz anders aus. Ich werde geliebt, angenommen, wertgeschätzt – und ich kann aufatmen.

Ich sage, ich schreibe, ich lasse es einen anderen spüren: „Hdl“, Hab dich lieb – und vielleicht, ja vielleicht spüre ich in so einem Moment etwas von der Liebe, die Gott uns Menschen schenkt und die Jesus uns auf Erden nahebringt: Du bist mein geliebtes Kind!
Amen.

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2016" sind möglich bei der
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Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
E-Mail: bestellung(at)aej-online.de
Preis pro Exemplar: € 10

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