Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Entwicklung

Foto: Reinhard Schuldt/flickr.com

Eine Ganztagsschule, auch als Ganztagesschule oder einfach als Tagesschule bezeichnet, hat das Ziel, Schüler während eines großen Teils des Tages unterzubringen. Sie ist eine Alternative zum Schulhort und wird teilweise auch als Kooperationsverbund von Schule und Schulhort betrieben. Die Ganztagsschule grenzt sich ab einerseits gegen die Normalschule (ohne Mittagessen, ohne (Haus-)Aufgabenhilfe oder Betreuung außerhalb der Lektionen) und andererseits gegen Internate, in denen die Kinder bzw. Jugendlichen auch den Abend, die Nacht und überdies je nachdem das Wochenende verbringen.


Die Freizeit und die Unterrichtszeit sind in der (gebundenen) Ganztagsschule verschränkt und bilden eine Einheit. Die Kinder müssen für jeden Tag der Woche angemeldet werden, und die Anwesenheit ist verpflichtend. Die Schüler gehen je nach Schule meist zwischen 16 und 17 Uhr nach Hause, nachher wird oft eine Spätbetreuung angeboten. Das Betreuungsangebot wird in vielen Schulen auch an autonomen Tagen gewährleistet.


Ganztagsschulen stellen eine Schulform dar, die im Zuge der Gleichstellungspolitik und der Diskussion um Chancengleichheit in ihrer Verbreitung zunimmt. Eine bereits hohe Verbreitung haben sie unter anderem in Frankreich und Skandinavien.
Die deutsche Kultusministerkonferenz (KMK) hat im Oktober 2003 den Begriff „Ganztagsschule“ neu definiert. Danach handelt es sich um Schulen im Primar- oder Sekundarbereich I, die über den vormittäglichen Unterricht hinaus an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot haben, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst. Alle Formen der Ganztagsschule (Ganztagsschule in voll gebundener, teilweise gebundener, halboffener oder offener Form) haben gemeinsam, dass an allen Tagen des Ganztagsbetriebs ein Mittagessen bereitgestellt wird und dass die Organisation aller Angebote durch die Schule oder in enger Kooperation mit der Schule erfolgt.


In deutschsprachigen Ländern unterscheidet man zwischen der gebundenen Ganztagsschule mit verpflichtender Teilnahme am Ganztagsangebot und der offenen Ganztagsschule (in Österreich kurz Offene Schule), bei deren oft aus Arbeitsgemeinschaften bestehendem Nachmittagsangebot keine Teilnahmepflicht besteht. Die gebundene Ganztagsschule wird ferner unterschieden in voll gebundene Ganztagsschule bei der die Teilnahme am Ganztagsangebot für alle Schüler verpflichtend ist, und die teilweise gebundene Ganztagsschule bei der ein verpflichtendes Ganztagsangebot nur für einen Teil der Schüler besteht, im Allgemeinen für einzelne Klassenzüge.

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