Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Position

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Das Thema Jugendarbeit und Schule war lange Jahre keines und wenn, dann oft auch kein Leichtes.
Die Wahrnehmungen der Jugendarbeit von Schule sind oft durch die Erzählungen und das Verhalten von Kindern und Jugendlichen im Freizeitbereich geprägt. Der in der Jugendarbeit gesteckte Rahmen von Partizipation, Freiwilligkeit und Verantwortungsübernahme, hatte in der Schule lange keinen Platz. Hier zählen nicht so sehr die eigene Kreativität und Identität, in der Schule zählen mehr die Leistung und ein an den Schulbetrieb angepasstes Verhalten. So war es überwiegend in der Zeit vor Pisa, hier und da gab es auch schon zuvor erfolgreiche Kooperationen zwischen Jugendarbeit und Schule, aber mit der Entwicklung von Ganztagsschulen und der allgemeinen Diskussion über das Bildungssystem in Deutschland ist die Frage des Verhältnisses zueinander neu zu definieren.

Mit dieser Entwicklung hat das Handlungsfeld Jugendarbeit und Schule in den letzten 10 Jahren an Bedeutung gewonnen. Wie können Angebote der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit im Rahmen der Ganztagsschule verankert werden und für alle Beteiligten einen „Gewinn“ darstellen? Diese Frage ist bei einigen Trägern durch das Tun beantwortet und bei anderen werden die ersten Schritte auf die Schule hin überlegt. Es gibt ganz unterschiedliche Erfahrungen, die einen haben eine gute Position für sich in der Zusammenarbeit mit Schule gefunden, andere wiederum stehen vor der Fragestellung, wie sie mit den überwiegend in ehrenamtlicher Verantwortung geführten Angeboten, ein(e) Partner(in) für Schule sein können und wollen.

Die beiden Kooperationspartner(innen) können verschiedener nicht sein und werden sich trotz der derzeitigen Situation nicht ganz aus dem Weg gehen können und wollen. In der Beobachtung ist die Schule zwar die „größere“ Einheit, aber die Frage nach einem erweiterten Bildungsangebot in Schule wird alleine für die Institution Schule nicht zu schaffen sein (es sei denn, der Etat für Bildung wird um ein Vielfaches erhöht). Dementsprechend ist eine klare Position, die die Bedingungen einer Kooperation seitens der Jugendarbeit deutlich macht, sicher ein Gewinn. In der Entwicklung von einer eigenen Position ist es hilfreich in den Dialog mit dem zukünftigen Partner zu treten, denn noch wissen Schule und Jugendarbeit oft wenig von den aktuellen Realitäten des jeweiligen Lebensraums von Jugendlichen.
Durch die verschiedenen Situationen in den Bundesländern gibt es keine einheitliche Position gegenüber der Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule. Die in der Linkliste befindlichen Publikationen geben einen guten Überblick verschiedener Positionen im Bereich der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit.

 

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