Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Grundfragen und Perspektiven

Foto: Rolf van Melis/pixelio.de

„Die Jugend“ erfreut sich als Forschungsgegenstand seit langem eines großen Interesses. Kinder und vor allem Jugendliche gehören zu den am intensivsten und gründlichsten ausgeforschten Alterskohorten.

Hinter diesen Bemühungen, die ja nicht nur Sachverstand und Energie sondern auch viel Geld kosten, sind einerseits handfeste Fremd-Interessen zu vermuten: Pädagogische und wirtschaftliche genauso wie politische und bisweilen auch kirchliche. Jugendliche zu verstehen, bedeutet dann zu wissen, wie man mit ihnen am effektivsten umgeht.

Die Anstrengungen, Jugendlichkeit auszuleuchten und Kinder bzw. Jugendliche, ihre Lebenslagen und ihre Lebensauffassungen zu analysieren und verstehen zu wollen, können allerdings auch im Interesse von Kindern und Jugendlichen liegen. Das setzt voraus, dass die neu gewonnen Erkenntnisse dazu führen, Jugendliche nicht nur kalkulierend zu verstehen, sondern Verständnis für ihr Leben zu entwickeln – und wenn sie zu einem entsprechend neu justiertem Handeln im Interesse der Kinder und Jugendlichen in Gesellschaft und Kirche, von Politik und civil society und eben auch von Pädagog(inn)en, Eltern und anderen Personen im Nahbereich führen.

Kinder und Jugendliche mit diesem Sinn verstehen zu wollen, erfordert allerdings Sorgfalt in der Anlage und der Methodik von Jugendstudien. Flache Etikettierungen ganzer Jugendgenerationen werden Jugendlichen genauso wenig gerecht wie Deutungen von Jugendlichkeit aus der Erwachsenenperspektive. Wichtig ist es, soweit dies irgend möglich ist, methodisch die Perspektive von Kindern und Jugendlichen einzunehmen und ihre Lebensinteressen ernst zu nehmen.

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