Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Kinderbeteiligung

"Kinderbotschafter" bei der Kinderkommission

Beteiligung junger Menschen ist ein Dauerthema der Kinder- und Jugendarbeit. Vor allem in der Arbeit mit Kindern wurden in den letzten Jahren viele methodische Innovationen entwickelt und erprobt, die aber den Eingang in die Breite der Arbeit mit Kindern in den evangelischen Kirchen noch finden müssen.

Viele Methoden und Konzepte bedürfen der kritischen fachlichen Überprüfung, z. B. hinsichtlich der Frage, wo einfach Konzepte aus dem Jugendbereich unangemessen auf die Arbeit mit Kindern übertragen wurden.

Kinderbeteiligung hat eine politische Dimension. Diese wird deutlich, wenn man den Blick auf die Kirchengemeinde oder das Gemeinwesen richtet. Aber auch die Frage der institutionellen Berücksichtigung von Kindern in den demokratischen Verbandsstrukturen und des Verhältnisses von direkter Beteiligung und demokratischen Strukturen verlangen Klärung.

 

 

Leitsätze für die Beteiligung von Kindern

Leitsätze für die Beteiligung von Kindern
Das christliche Menschenbild, welches von Gottes Ebenbildlichkeit des Menschen ausgeht1 , ist Grundlage für das Handeln mit und für Kinder. Jesus Christus selbst nimmt die Kinder in den Blick und stellt sie auf gleicher Augenhöhe in den Mittelpunkt2.

Teilhabe beginnt mit der Teilnahme. Deshalb eröffnet Einbindung in die demokratischen Strukturen des christlichen Jugendverbandes für Mädchen und Jungen die Zugänge, um aktiv zu werden, zu partizipieren und sich selbst zu organisieren.

Beteiligung bedeutet grundsätzlich die Freiwilligkeit der Teilnahme und meint die Mitwirkung und Mitbestimmung von Kindern in allen Fragen die sie in ihrer Lebenswelt und Lebenslage betreffen.

1. Kinder sind Träger eigener Rechte und haben ihren eigenen Glauben. Sie sind gleichwertige Bürger(innen) und Gemeindeglieder.

2. Kinder sind Expert(inn)en in eigener Sache. Sie werden ernstgenommen, ermutigt und gefördert.

3. Innerhalb des Jugendverbandes sind alle Verantwortlichen verpflichtet, die größtmögliche Beteiligung von Mädchen und Jungen zu fördern und zu sichern.

4. Es findet nur ernsthafte Beteiligung statt. Mädchen wie Jungen sind keine „Dekoration“ für Interessen oder Veranstaltungen. Kindern wird keine Alibi-Teilhabe ohne Stimmrecht zugemutet.

5. Für die beteiligten Kinder ist klar, was mitbestimmt werden kann und wie mitbestimmt werden kann.

6. Kinder werden gefördert und ihre Grenzen respektiert. Ihrer jeweiligen Entwicklung entsprechend werden sie beraten, begleitet und geschützt.

7. Beteiligung endet nicht in der Gruppe, der Freizeit oder im Projekt. Beteiligung zielt auf  den Kinder- und Jugendverband, die Gemeinde, den Stadtteil oder das Dorf, die Schule, die Kirche und die Gesellschaft.
   
8. Kinderbeteiligung braucht angemessene Organisation, dazu müssen die notwendigen finanziellen und personellen Grundlagen zur Verfügung gestellt werden.

9. Kinder entwickeln eigene Projekte und werden darin von Erwachsenen, Eltern, Gruppenleitenden, Lehrkräften o. ä. unterstützt, begleitet, gefördert und mitgetragen.

10. Kinder bestimmen selbst, was gute Beteiligung ist. Sie entwickeln ihre eigenen Prüfsteine für eine geglückte Beteiligung.

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1. Mose 1, 26
2. Markus 10, 13-16

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