Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Das Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)

Junge mit Familie
Foto: Rolf von Melis/pixelio.de

Die Bezeichnung KJHG steht für das Achte Buch Sozialgesetzbuch - Kinder- und Jugendhilfe - (SGB VIII), in dem fast alle wesentlichen Regelungen zum Jugendhilferecht zusammen gefasst sind. Wesentliche Regelungsbereiche sind die Jugendarbeit, Kinder- und Jugendschutz, Beratung in Trennungs- und Scheidungsangelegenheiten, Kindertageseinrichtungen und Hilfen zur Erziehung. Stark sozialpädagogisch orientierte Hilfsangebote stehen neben ordnungsrechtlichen Aufgaben.

Die rechtliche Grundlage der Kinder- und Jugendarbeit findet sich im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) im Achten Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VIII).

Nach § 1 SGB VIII ist es das Ziel der Kinder- und Jugendhilfe (und damit auch der Kinder- und Jugendarbeit), das Recht auf Erziehung zu gewährleisten und die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen zu eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeiten zu fördern. Dazu sind Leistungen anzubieten, die Mädchen und Jungen gleichberechtigt zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und sozialem Engagement anregen und hinführen. Hierzu ist die Kinder- und Jugendhilfe auch verpflichtet, zur Schaffung oder Erhaltung von positiven Lebensbedingungen sowie einer kinder- und familienfreundlichen Umwelt beizutragen (§ 1 SGB VIII) und die Kinder- und Jugendarbeit freier Träger zu unterstützen (§ 12 SGB VIII).

In den vergangenen Jahren haben verschiedene Novellierungen und die Föderalismusreform zu Veränderungen am KJHG geführt. Beispiel ist die Ausweitung der Kinderbetreuung durch die KJHG-Novellierung TAG und KICK. Ein Meilenstein war die Einführung des „Schutzauftrages der Kinder- und Jugendhilfe durch die KJHG-Novellierung „KiFöG“.

Seit einigen Jahren wird an einer Novellierung im Rahmen eines Bundeskinderschutzgesetzes gearbeitet. Ein Verfahren scheiterte 2009. Ohne Änderungen im KJHG wurden Veränderungen in den Ländern durch die Föderalismusreform möglich – etwa bei der Ausgestaltung der Jugendhilfeausschüsse oder in den Behördenstrukturen.

Schriftgröße:
StartseiteThemenKinder- und JugendpolitikKinder- und Jugendarbeit › Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG)
© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)