Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

UN-Kinderrechtskonvention (KRK)

 „Kinder haben Rechte!“ – ist das nicht ein Allgemeinplatz, eine Selbstverständlichkeit? Natürlich bestreitet niemand, dass Kinder Rechte haben – zumindest in Deutschland. Spontan fallen uns das Recht zu Leben, auf Ernährung oder auf ausreichende Kleidung und Schutz ein. Der Satz  „Kinder haben Rechte!“ meint aber mehr. Er müsste eigentlich fortgesetzt werden: „Kinder haben Rechte… nämlich alle Grundrechte, die Erwachsenen zustehen!“ So steht das in der UN-Kinderrechtskonvention. Erst jüngst hat das Verfassungsgericht noch einmal ausdrücklich festgestellt, dass alle verfassungsmäßigen Grundrechte (natürlich) auch Kindern zustehen und dass sich aus dem elterlichen Erziehungsrecht auch die Pflicht ergibt, Kindern diese Rechte zugänglich zu machen und sie in die Lage zu versetzen, diese auszuüben.


Spätestens hier hören die Selbstverständlichkeiten auf: Wie schwer ist es unserer Gesellschaft gefallen zu akzeptieren, dass das Recht auf körperliche Unversehrtheit bedeutet, dass man Kinder nicht schlagen („züchtigen“) darf? Räumen wir Kindern in den Familien, in den Gemeinden und Gruppen wirklich das Recht ein ihre Meinung frei zu äußern? Und was ist mit dem Recht auf einen angemessenen Lebensstandard in einer Gesellschaft, in der mindestens jedes zehnte Kind in Armut lebt und in der sogenannte „Kindertafeln“ zunehmend selbstverständlich werden, um durch mildtätiges Engagement eine ausreichende Ernährung zu sichern?

 

Konsequenzen für die Evangelische Kinder- und Jugendarbeit

Die Aussage „Kinder haben Rechte!“ ist für Christinnen und Christen eine besondere Herausforderung. Der Glaube an einen Gott, der sich bedingungslos allen Menschen in Liebe zuwendet, führt uns zu einer Haltung, die jedem Menschen eine besondere Würde zuerkennt. Ausdruck dieser Menschenwürde sind die Rechte, die wir zugestehen und verwirklichen. Die Verwirklichung der Rechte von Kindern ist in der Evangelischen Jugend keine Frage der political correctness – sie ist Ausdruck des Glaubens an einen Gott, der zum verantwortlichen Umgang mit den Kleinen und den Schwachen, den Armen und den Kindern auffordert. Die Aussagen „Jesus liebt Kinder!“ und „Kinder haben Rechte!“ haben dieselben Konsequenzen!

Diese Haltung kann bereits in der allwöchentlichen Gruppenarbeit nicht ohne Konsequenzen bleiben. Machen wir ernst damit, Kinder so viel wie möglich mitbestimmen zu lassen und ihre Bedürfnisse, ihre Stärken und ihre Interessen in den Mittelpunkt zu stellen? Viele Formen und Modelle laden dazu ein, Kinder selbstbestimmt aktiv sein zu lassen. Auch über die Gruppe hinaus sind wir gefordert: Was ist mit der Beteiligung in der Gemeinde? Wie sieht es im Stadtteil, in der Schule aus? Und schließlich: Armut und soziale Benachteiligung beschneiden Kinderrechte wie die Rechte auf Bildung, auf Spiel und Erholung, auf angemessenen Lebensstandard und auf Entwicklung der Persönlichkeit. Wer anfängt, Kinderrechte ernst zu nehmen, wird vor dieser gesellschaftspolitischen Dimension die Augen nicht verschließen können.

Die Evangelische Jugend ist nicht alleine auf dem Weg. Mit ihr gemeinsam setzen sich die im Deutschen Bundesjugendring (DBJR) zusammengeschlossenen Jugendverbände und darüber hinaus viele weitere gesellschaftliche Organisationen für die Umsetzung der Kinderrechte ein. Gemeinsam kann viel für Kinder und mit Kindern bewegt werden. Der „Nationale Aktionsplan für ein kindergerechtes Deutschland“ (NAP), den die Bundesregierung gemeinsam mit vielen gesellschaftlichen Organisationen entwickelt hat, bietet dafür einen guten Handlungsrahmen. Die Zusammenarbeit in der „National Coalition“ ist Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung der gesamten Gesellschaft für die Umsetzung der Kinderrechte. Hier trägt Evangelische Jugend ihren Teil bei.

WissensWerte: Kinderrechte

Flash ist Pflicht!

 

 

aej unterstützt die Kampagne "Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!"

Die aej ist eine der Trägerorganisationen der Kampagne "Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!"
Seit 1992 gilt in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention - allerdings mit Einschränkungen. Vor allem Flüchtlingskinder sind dadurch benachteiligt, im Asylverfahren und im täglichen Leben. Im Mai 2010 nahm die Bundesregierung diese Einschränkungen formal zurück. Doch an der Situation der Kinder will sie nichts ändern. Deshalb fordert die Kampagne „Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!" umfassende Gesetzesänderungen und praktische Verbesserungen.

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