Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Kinderrechte gegen Kinderarmut

1,5 Millionen Kinder leben in Deutschland in Armut – so der Kinderreport 2004. Sie und ihre Eltern sind auf staatliche Hilfe zum Lebensunterhalt angewiesen. Natürlich heißt Armut in Deutschland nicht, dass die Menschen verhungern müssen. Die sozialstaatlichen Instrumente verhindern nach wie vor das Schlimmste, das uns aus anderen Regionen dieser Welt allabendlich ins Wohnzimmer flimmert. 

Armut von Kindern hat in Deutschland andere, sehr einschneidende Folgen. Gesundheitliche Nachteile und schlechtere Bildungschancen sind nur die offensichtlichsten. Kindern, die unter diesen Bedingungen aufwachsen, werden Chancen für ein gelingendes, weitgehend selbstbestimmtes und selbstständiges Leben vorenthalten. Armut als solches und insbesondere in einer wohlhabenden Gesellschaft ist skandalös und steht gegen eine Kultur des Aufwachsens, wie sie der 10. Kinder- und Jugendbericht gefordert hat. Sie ist ein schmerzlicher Ausdruck von Ungerechtigkeit und widerspricht dem biblischen Verständnis von Gerechtigkeit. Wenn Kinder durch Armut von der Teilhabe an der Gesellschaft ausgeschlossen werden, so ist ihre „heile Existenz“ verletzt – ein untragbarer Zustand der zum Handeln zwingt.

Wer Kinder ernst nimmt, muss sie ganzheitlich als eigenständige, eigenwillige  Personen wahrnehmen. Dies entspricht dem Selbstverständnis Evangelischer Jugend. Sie engagiert sich in vielfältiger Weise für und mit Kindern. Diese Praxis wird konfrontiert mit Fragen wie: Warum sind Kinder arm? Was bedeutet arm sein? Wie kann diese Situation verbessert werden? Was können wir als Evangelische Jugend zu einer Veränderung beitragen?
 
Diesen Fragen stellen wir uns. Der vorliegende Materialband will Unterstützung dazu geben, dass Verantwortliche in der Evangelischen Jugend und Kinder selbst Antworten finden und aktiv werden können, um einen Beitrag gegen die Armut von Kindern zu leisten.

Aufbruch zur Gerechtigkeit
Evangelische Jugend in Bayern (Die Kampagne ist beendet)

Es geht ungerecht zu in der Welt. Die einen leben im Überfluss, die anderen hungern, die einen bekommen alles in den Schoß gelegt, die anderen müssen um alles kämpfen.  Die Ungerechtigkeit bei uns und weltweit schreit zum Himmel, sie trifft Menschen – weltweit und hier vor unserer Haustür.

Mit der landesweiten Kampagne wollte Evangelische Jugend diese Fragen aufnehmen, Ungerechtigkeit benennen und sich nachhaltig für Veränderungen einsetzen - mit vielen Veranstaltungen und Aktionen in ganz Bayern. Es ging darum, gemeinsam die Stimme gegen Ungerechtigkeit zu erheben – und dies laut, klar und kreativ. 

Die Kampagne startete am Reformationswochenende 29./30. Oktober 2011 und ging bis Juli 2012. Weitere Informationen gibt es hier "Gerecht - Aufbruch zur Gerechtigkeit.

Kleine Haie

Damit Kinder mehr über ihre Rechte wissen, gibt es die „Kleinen Haie“. In spielerischer Art und Weise vermittelt das Spiel die Inhalte der UN-Kinderrechts-Konvention an Mädchen und Jungen ab 8 Jahren. Orientiert an der Lebenswirklichkeit von Kindern und altersadäquat konzipiert, werden die für Kinder wichtigsten Artikel zu den Kinderrechten beispielhaft vermittelt.

Die Spielgeschichte: Seit die kleinen Haie ihre Haifisch-Clique im blauen Meer gegründet haben, macht ihnen das Leben zwischen Doktorfischen, Seesternen und anderen Meeresbewohnern viel mehr Spaß. Eines Tages schwimmen sie über Kanäle in die Stadt. Dort wartet ein Abenteuer nach dem anderen auf sie: Verwegen sammeln die kleinen Haie Weisheitszähne, die sie klug machen. Oft geht es bei diesen Erlebnissen darum, wie die Welt für Mädchen und Jungen gerechter sein könnte. Zum Glück gibt es den schlauen Adebar Korrektor. Von ihm lernen die kleinen Haie viel über die Rechte der Kinder und werden sicher die Schlaumeier-Säule am Ende ihres Ausfluges erreichen.

Das Spiel Kleine Haie wird von der „National Coalition für die Umsetzung der UN-Kinderrechte in Deutschland“ empfohlen.

Verkaufs-Aktionspreis € 5 zzgl. Verpackungs- und Versandkosten. Der Erlös aus dem Verkauf der Spiele fließt in Projekte zur weiteren Umsetzung der UN-Kinderrechte.

Zu bestellen bei:
Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen
Haus Villigst
Iserlohner Straße 25, 58239 Schwerte
Internet: www.aej-haus-villigst.de
E-Mail: r.stender(at)aej-haus-villigst.de

Zoom: Augen auf!

Die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen sind von der gegenwärtigen sozial angespannten Situation geprägt. Die wirtschaftliche Lage verschlechtert sich tendenziell und der Arbeitsmarkt weist kaum Perspektiven für junge Menschen aus. Leistungsorientierung und die Suche nach pragmatischen, nahe liegenden Handlungsstrategien allein werden nicht genügen, um diese Situation zu verändern. Es gilt den Blick für die tatsächlichen Ursachen sozialer Schieflage zu verschärfen, Veränderungen einzuklagen und daran mitzuarbeiten.

„ZOOM: Augen auf – Die Fotoaktion Soziale Gerechtigkeit“ wollte Kinder und Jugendliche zum genauen Hinsehen anregen. Mit Hilfe der Aktion konnten sie ihre Wahrnehmungen sozialer Ungerechtigkeit und Gerechtigkeit visualisieren, ihr Wissen und Empfinden dafür in der Gruppe zum Thema und ihre Anliegen auf dem Kirchentag sichtbar machen.

Die leitende Frage für die Aktion lautete:
Was empfinden Kinder und Jugendliche in ihrem Sozialraum als gerecht und was empfinden sie als ungerecht? Und: Wie interpretieren sie die dahinter stehenden Zusammenhänge?

Fotos für eine Plakatausstellung:
Ein Plakat sollte entworfen werden, auf dem selbst geschossene Fotos aus dem Sozialraum der Kinder und Jugendlichen zu sehen waren. Sie zeigten Momente, Situationen oder Orte, die junge Menschen mit sozialer Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit in Zusammenhang bringen. Durch Erläuterungen unter den Bildern konnten die Betrachtenden einer für den Kirchentag geplanten Ausstellung nachvollziehen, was die jungen Fotograf(inn)en sich dabei gedacht haben.

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© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)