Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Eigenständigkeit der Jugendverbände

DBJR Blickwinkel

Wie viel Eigenständigkeit braucht ein Jugendverband um ein Jugendverband zu sein?

Jugendverbände sind die Selbstorganisationen junger Menschen. Das impliziert bereits eine organisatorische, inhaltliche und personelle Distanz zu den Organisationen Erwachsener. In der Jugendbewegung war das Leitbild eines Jugendverbandes ein eigenständiger und unabhängiger Bund junger Menschen, die sich teilweise sogar dezidiert in Ablehnung der „Erwachsenenwelt“ als Gegenwelt konstituierten. Das Bild vom „Jugendreich“ war identitätsbildend.

Jugendverbände haben aber eine weitere Realität, die sich nicht aus dieser bündischen Tradition herleitet. Sie sind die Jugend- und/oder Nachwuchsabteilungen zivilgesellschaftlicher Organisationen – der Kirchen, der Feuerwehr, der Gewerkschaften, des Naturschutzbundes, des Roten Kreuzes, des Sängerbundes usw. Nur wenige der relevanten Jugendverbände der Gegenwart stehen in keinem geregelten Verhältnis zu einer - ihrer - Erwachsenenorganisation.

Organisatorisch kann dies sehr unterschiedlich gefasst sein – teilweise sind die Jugendverbände organisatorisch eine „Abteilung“ der Organisation, teilweise sind sie eigenständige Vereine. In der Evangelischen Jugend sind beide Formen vorhanden.

Dies wirft die Frage auf, wie eigenständig ein Jugendverband sein muss, damit er tatsächlich als Selbstorganisation bezeichnet werden kann. Die Frage hat rechtliche Dimensionen – etwa wenn es um die Förderung als Jugendverband gem. § 12 KJHG geht. Aber auch pädagogisch muss immer wieder gefragt werden, wie Jugendverbände einerseits gegenüber ihren Erwachsenenorganisationen ausreichende Gestaltungsräume für junge Menschen erkämpfen oder bereitstellen und andererseits Teil dieser Organisationen bleiben und diese zu tradieren - denn dafür zu sorgen, dass die Gesellschaft sich immer wieder erneuert aber auch immer wieder nachwächst, ist die gesellschaftliche Funktion und Aufgabe der Jugendverbände.

 

 

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Rechtsgutachten: Jugendverbände sind zu fördern!

Das Gutachten des Deutschen Bundesjugendrings stellt fest, dass es sich bei der Förderung der Jugendarbeit bzw. Jugendverbandsarbeit – wie bei allen gesetzlich geregelten Leistungen – um eine Pflichtaufgabe handelt. Die sogenannte freiwillige Leistung gibt es auf Grundlage des Achten Buches des Sozialgesetzbuches (SGB VIII) nicht. Der DBJR hatte das Gutachten in Auftrag gegeben, weil er in den letzten Jahren einen teils drastischen Rückgang der Fördermittel für die Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit beobachtet hat. Das vollständige Gutachten ist in der 28-seitigen Broschüre enthalten und dient als Grundlage für mögliche Klagen der Jugendverbände gegen abgelehnte Förderanträge.

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Arbeitshilfe "Fördern fordern!"

Die Arbeitshilfe des Deutschen Bundesjugendrings "Fördern fordern!" bietet Verantwortlichen in den Jugendverbänden – besonders auf lokaler Ebene – konkret Hilfe in Förderfragen. Gemeinsam mit dem Rechtsgutachten „Jugendverbände sind zu fördern!“ beschreibt sie, wie das Recht auf Förderung geltend gemacht werden kann. Es werden Schritte genannt, die nach Ablehnung von Förderanträgen gegangen werden können.

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Schreiben der aej
Veränderungen der landeskirchlichen Kinder- und Jugendarbeit und die Selbständigkeit der Evangelischen Jugend

 

Beschluss, aej-Mitgliederversammlung, 1999
Inhaltliche Unabhängigkeit der Jugendverbände

 

Leitantrag, aej-Mitgliederversammlung, 1999
Evangelische Jugend - Jugendverbandsarbeit in den evangelischen Kirchen

 

Synopse Strukturen Evangelischer Jugend

 

Auszug Broschüre Jugend und Familie, Freistaat Thüringen
Qualitätskriterien verbandlicher Jugendarbeit

 

Kommentar, Dr. Martin Affolderbach
Wie viel Eigenständigkeit braucht die Evangelische Jugend?

 

Powerpoint Präsentation (pdf-Format), Dr. Martin Affolderbach
Wie viel Eigenständigkeit braucht die Evangelische Jugend?

 

Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe AGJ
Erste Einschätzungen - Eigenständige Jugendpolitik

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