Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Jugendringarbeit

Die politische Interessenvertretung der Jugendverbände ist untrennbar verbunden mit den kommunalen Jugendringen. Die kommunalen Ringe schalten sich in die Diskussion um Neue Steuerung, um Sozialraumorientierung, der Ganztagesbetreuung an den Schulen ein und beteiligen sich an der Jugendhilfeplanung. Sie reden mit bei Fragen des Übergangs Schule zum Beruf. Förderung des Ehrenamtes, Partizipation, Verbesserung der Rahmenbedingungen der Kinder- und Jugendarbeit sind ihre ureigensten Themen und werden immer wieder zum Tagesordnungspunkt gemacht. So sind Jugendringe zentrales Mittel der politischen Interessenvertretung.

Die Kernaufgaben von Jugendringen sind:

  1. die Interessen ihrer Mitgliedsorganisationen zu vertreten
  2. die Vertretung der Interessen der Kinder und Jugendlichen des Gemeinwesens gegenüber der Politik, gegenüber der Verwaltung und der Öffentlichkeit wahrzunehmen. Im § 12 Absatz 2 des KJHG haben wir für Letzteres ein ganz klares politisches Mandat erhalten.

Wenn die Jugendringe diese Aufgaben wirkungsvoll wahrnehmen, dann leisten sie gute Arbeit! Natürlich können und sollen Jugendringe darüber hinaus weitere Aufgaben wahrnehmen - z. B. die Trägerschaft von Einrichtungen der offenen Jugendarbeit, die Organisation von Freizeiten und das Vorhalten von Serviceangeboten für ihre Mitglieder, Angebote zur Gruppenleiterausbildung etc. – aber dieses sind Küraufgaben, d. h., sie können sein, sie müssen aber nicht sein. An ihnen misst sich nicht das politische Gewicht eines Jugendrings - obwohl gute Arbeit nicht schadet.

Aufgaben und Voraussetzungen

Um diesen vielfältigen Aufgaben auf örtlicher Ebene gerecht werden zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein.

  1. Für die Leitungsaufgaben in den Vorständen müssen Menschen zur Verfügung stehen, die die Jugendverbandsarbeit kennen – aus ihr kommen – und die über ausreichendes Wissen und Kenntnis der Kommunalpolitik verfügen.
  2. Die Arbeit der kommunalen Jugendringe muss von den Mitgliedsverbänden gewollt und mit getragen werden.
  3. Ein gemeinsam entwickeltes und von den Mitgliedern getragenes Verständnis von den Aufgaben und der Ausrichtung des Rings muss vorhanden sein.
  4. Mindestens die Kreisjugendringe benötigen die Unterstützung von hauptamtlichem Fachpersonal.
  5. Eine ausreichende finanzielle Basis für die Arbeit der kommunalen Jugendringe muss sichergestellt sein.
Foto: DBJR-Blickwinkel

Jugendvertretung bedarf einer öffentlich erkenn- und kontrollierbaren Struktur. Sie geschieht u.a. durch Jugendringe. Diese sind freiwillige Zusammenschlüsse in Form von Arbeitsgemeinschaften der Jugendverbände und Gruppen der Jugend, die im Bereich einer Region, z. B. Stadt, Kreis, Bezirk, Land oder Bund arbeiten und in der Jugendarbeit umfassend gesamtbildungsbezogen tätig sind und in der Regel einen "ganzheitlichen Arbeitsansatz“ verfolgen. Es geht also nicht nur um die Vermittlung einzelner Kenntnisse und Fähigkeiten, sondern um die Entwicklung der ganzen Persönlichkeit von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Neben den klassischen Jugendverbänden sollten auf örtlicher Ebene auch Jugendzentren und -initiativen, Vertreterinnen und Vertreter von Jugendprojekten bzw. deren Zusammenschlüsse in Jugendringen mitarbeiten können.

Da die Arbeit von vielen Trägern der Jugendarbeit geleistet wird, ist Kooperation und Koordination möglichst aller wichtig. Diese Aufgaben müssen Jugendverbände selbst in die Hand nehmen. Sie können das nicht Dritten, z. B. Behörden überlassen. Ein geeigneteres Instrument als Zusammenschlüsse der Jugendverbände auf freiwilliger Basis zu Arbeitsgemeinschaften, also zu Jugendringen, gibt es dafür nicht.

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