Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Junge Menschen ohne festen Aufenthalt

Foto einer Gruppe von Jugendlichen, die über eine Mauer in die Ferne schaut
Foto: Burkhard Vogt/pixelio.de

Zur Ausbildung, zum Arbeiten, im Rahmen des Familiennachzugs, als Flüchtlinge oder aus humanitären Gründen - Kinder und Jugendliche aus aller Welt kommen aus vielerlei Gründen nach Deutschland. Je nach Aufenthaltszweck verfügen sie über unbefristete, befristete oder gar keine Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland. Das regelt das deutsche Zuwanderungsgesetz.

Jung sein mit ungesichertem Aufenthaltsstatus

Kinder und Jugendliche ohne eine langfristige Aufenthaltsperspektive sind besonderen Risiken und Unsicherheiten ausgesetzt: Die mögliche Ausweisung ist ständig präsent in ihrem Leben, eine mittel- oder langfristige Zukunftsplanung ist kaum möglich. Der Zugang zu Schule, Ausbildung und Arbeitswelt wird ihnen durch die gesetzlichen Regelungen ernorm erschwert. Zum Beispiel finden sie, die ständig von Ausweisung bedroht sind, nur schwer einen Ausbildungsplatz und dürfen nicht von der Agentur für Arbeit und deren Bildungsmaßnahmen gefördert werden.

Der Standpunkt der Evangelischen Jugend

Die Evangelische Jugend setzt sich ein für eine gleichberechtigte gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Teilhabe von Kindern und Jugendlichen in Deutschland - unabhängig von ihrer Herkunft und ihres Aufenthaltsstatus. In Deutschland geborene Kinder und Jugendliche sollen das Recht haben, in Deutschland zu  leben und nicht ausgewiesen werden zu dürfen. Sie benötigen eine reelle Zukunftsperspektive. Sie müssen Zugang bekommen zu Bildung, Beruf, polititscher Mitbestimmung und Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Aktuelle Entwicklungen

Die Evangelische Jugend begrüßt die Rücknahme der Vorbehaltserklärung der Bundesregierung zur UN-Kinderrechtskonvention im Jahre 2010 und fordert Anpassungen im Asyl-, Aufenthalts-, und Sozialrecht.  Die Abschiebehaft von Flüchtlingskindern und deren Schlechterstellung hinsichtlich des Schulbesuchs, der medizinischen Versorgung und des Zugangs zur Kinder- und Jugendhilfe sollen umgehend der Vergangenheit angehören. 

Die aej ist eine der Trägerorganisationen der Kampagne "Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!"
Seit 1992 gilt in Deutschland die UN-Kinderrechtskonvention - allerdings mit Einschränkungen. Vor allem Flüchtlingskinder sind dadurch benachteiligt, im Asylverfahren und im täglichen Leben. Im Mai 2010 nahm die Bundesregierung diese Einschränkungen formal zurück. Doch an der Situation der Kinder will sie nichts ändern. Deshalb fordert die Kampagne „Jetzt erst Recht(e) für Flüchtlingskinder!" umfassende Gesetzesänderungen und praktische Verbesserungen.

Schriftgröße:
StartseiteThemenMigration und IntegrationMigrationspolitik › Kinder und Jugendliche ohne festen Aufenthalt
© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)