Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Grundlagen

Von anderen Kirchen lernen, unter profan schlechteren Bedingungen Kirche Jesu Christi zu sein

 

Einen besonderen Beitrag zu den Reformbestrebungen der evangelischen Kirchen kann die ökumenische Arbeit der Evangelischen Jugend leisten. Sowohl in der Begegnungsarbeit mit evangelischen und anderen Partnerkirchen in den unterschiedlichsten Ländern auf fünf Kontinenten als auch in den Beziehungen zu verschiedenen Freikirchen und Gemeinden christlicher Minderheitengruppen innerhalb Deutschlands lernen junge Menschen aus unseren Kirchen und Verbänden teils radikal andere Bedingungen und Formen kirchlicher Existenz kennen. Diese weiten den Horizont für die Umsetzung des kirchlichen Auftrags und können die Vorstellungskraft bezüglich möglicher struktureller Veränderungen in der eigenen kirchlichen Arbeit stärken.

 

In Zeiten der periodischen Verknappung materieller Ressourcen, die häufig auch wachsende Bereitschaft der Einbindung ehrenamtlich tätiger Kirchenglieder in die Erledigung verantwortlicher Aufgaben seitens der verbliebenen ordinierten und anderen hauptberuflichen Mitarbeitenden mit sich bringen, können die Erfahrungen mit den Erfolgen anderer Kirchen ermutigend wirken, die teils seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten ganz andere Modelle der Finanzierung, der Leitung und des Personalstatuts kennen und praktizieren, als sie in den Mehrheitskonfessionen in Deutschland bislang noch üblich sind.

 

In dieser Hinsicht können auch die langjährigen Partnerschaften mit Kirchen in der Diasporasituation z. B. in den Ländern Mittel- und Osteuropas eine neue Bedeutung erlangen, wenn sich das Verhältnis von Gebenden und Empfangenden auf diesem Gebiet umkehrt und die junge Generation aus Deutschland erfährt, was essentiell für das Kirche sein ist und was verzichtbar.

 

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