Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Ökumenische Jugendarbeit weltweit

Foto: Patrick Piecha/flickr.de

Internationalisierung der Bildungsbiografien zur Ökumenisierung nutzen.

 

Die Evangelische Jugend in Deutschland arbeitet in bilateralen und multilateralen Programmen mit Partnern in mehr als 60 Ländern auf allen fünf Kontinenten zusammen. Zusätzlich zu den Einzelprojekten der örtlichen oder überregionalen Träger unterhält sie seit ihrer Gründung Beziehungen zur Jugendabteilung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Genf. Gemeinsam mit dem Ökumenischen Jugendrat in Europa und den anderen regionalen ökumenischen Jugendorganisationen in anderen Erdteilen vermittelt sie die Teilnahme an Bildungsprogrammen in aller Welt.

 

Eine wesentliche positive Voraussetzung für die Bereitschaft zur internationalen Vernetzung bringen junge Menschen in unseren Gemeinden und Verbänden stärker mit als alle Generationen zuvor: die Selbstverständlichkeit, mit der die eigenen Lebensvollzüge und -bedingungen als mit dem Geschehen in anderen Ländern vernetzt erkannt und gedacht werden, war nie größer als in den Zeiten der nahezu alles erfassenden Globalisierung. Immer wichtiger wird in diesem Zusammenhang der Bildungs- und Ausbildungsanteil, der junge Menschen mit anderen Ländern und anderen Kulturen in Berührung bringt.

 

Längst ist dieser internationale Kontakt über elitäre Bildungsformen der Stipendienprogramme einzelner Universitäten und Stiftungen hinausgewachsen und hat auch in größerem Umfang die Ausbildungsgänge des dualen Systems erfasst. Der Aufenthalt im Ausland zum Erwerb beruflicher und kultureller Kompetenzen ist auf dem besten Weg zur Normalität zu werden. Jugendliche bringen in weit größerem Umfang Sprachkenntnisse und interkulturelle Vorerfahrungen mit, die sie als produktives Potenzial in die grenzüberschreitenden ökumenischen Projekte einbringen können. Mit größerer Selbstverständlichkeit erscheinen ihnen die internationale Kooperation und die verbindliche Gemeinschaft der christlichen Kirchen als eine folgerichtige Entwicklung – eine globalisierte Weltgesellschaft mit einer globalisierten Ökonomie bedarf einer globalisierten Christenheit, wenn auch der Wert der Beheimatung in der Kirche vor Ort eine spürbare Renaissanceerfährt (die Forschung spricht hier von der „Globalisierung“).

 

Es muss ein Anliegen der Kirchen und ihrer Jugendverbände sein, darüber hinaus den besonderen Wert der verlässlichen und kontinuierlichen Beziehungen zu den Partnern in anderen Ländern zu verdeutlichen, der ihre internationalen Aktivitäten von den kommerziellen und semikommerziellen Angeboten für Auslandserfahrungen anderer Veranstalter etwa im Bereich der Kinder- und Jugendreisen abhebt.

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© Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)