Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Prinzipien Globalen Lernens

Foto: Vera Kirchesch

Globales Lernen versteht sich als pädagogische Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung. Die Definitionen globalen Lernens sind so verschieden wie die Akteure dieser neuen Lernform. Was also ist globales Lernen und welche Bedeutung hat es in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit?

Globales Lernen ist ein pädagogisches Prinzip, das reformpädagogischen Entwürfe aufgreift und Bildungskonzepte unter den Bedingungen der Globalisierung entwickelt. Die Probleme einer global gewordenen Welt sind nicht neu. Neu ist die gewachsene Komplexität, die eigentliche Herausforderung. Sie erfordert eine Neuorientierung in der schulischen wie außerschulischen Bildungsarbeit. Um die Komplexitätssteigerung zu bewältigen, wurden Didaktik und Methodik globalen Lernens in den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren aus der Theorie und Praxis entwicklungspolitischer Bildungsansätze entwickelt.

Denken und Handeln in globalen Dimensionen

Ziel ist eine Neuorientierung in der Bildungspraxis. Sie will Menschen dazu befähigen, sich den komplexen Herausforderungen zu stellen und die Wechselwirkung zwischen lokaler Lebenswelt und globalen Zusammenhängen zu erkennen und zu verstehen. Globales Lernen setzt auf Kompetenzen, die für eine kritische Mitgestaltung der Welt nötig sind. Angesichts der Entgrenzung gesellschaftlicher Verhältnisse und des Zusammenwachsens zur Risikogemeinschaft geht es um die Befähigung zum Denken und Handeln im Welthorizont, das sich am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung orientiert.

Das Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung, von der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro als weltweit normative Rahmen des politischen Handelns anerkannt, ist die Grundlage der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“, die die Vereinten Nationen für die Jahre 2005 bis 2014 ausgerufen haben. Nachhaltigkeit umfasst gleichberechtigt die Dimensionen sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, demokratischer Politikgestaltung und des ökologischen Gleichgewichts. An diesem Leitbild orientiert sich auch die Definition globalen Lernens des Verbandes Entwicklungspolitik Deutscher Nichtregierungsorganisationen (VENRO). Als Mitglied hat sich die aej die beiden Grundsatzpapiere von VENRO zum globalen Lernen zu eigen gemacht.

Wachsende Bedeutung

Die Bedeutung globalen Lernens hat in der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit hat in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Das wird in vielen unterschiedlichen Projekten wie der Aktion „Blog mal offline“ deutlich. Globales Lernen wird dabei nicht als zusätzliches Lernfeld verstanden, sondern als Regelpraxis für den Alltag. Globales Lernen findet überall dort statt, wo das eigene Denken und Handeln in seiner weltweiten Dimension wahrgenommen wird. In diesem Sinne ist globales Lernen ein pädagogisches Prinzip, eine Lernhaltung im Blick auf die Zukunftsfähigkeit der einen Welt.

 

aej-Publikationen zum Thema

01.01.2002

Praxisideen zum Fairer Handel

Eine wahre Fundgrube an Ideen und Tipps zur Planung und Durchführung von Aktionen zugunsten des Fairen Handels bietet dieser „Fair"-Führer für Jugendarbeit in Kirchengemeinde, Schule und Stadt. Mit erprobten Rezepten zum...
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01.01.2001

Neues Lernen für globale Solidarität

Entwicklungsbezogene Bildung in kirchlicher Kinder- und Jugendarbeit.
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Weitere Literaturhinweise

Hallitzky, Maria / Mohrs, Thomas
Globales Lernen
Baltmannsweiler 2005

Overwien, Bernd
Lernen und Handeln im globalen Kontext
Frankfurt/Main 2000

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