Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Nachhaltigkeitsbegriff

Foto: Katja Breyer

Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Inzwischen werben Lebensmittelhersteller, dass die Verpackung den Inhalt nachhaltig vor Umwelteinflüssen schützt. Deshalb ist genau hinzuschauen, ob Nachhaltigkeit drin ist, wo es drauf steht. Der Begriff selbst wurde erstmalig im Jahre 1713 vom kursächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz verwendet. Im späten Mittelalter waren die Waldbestände in Mitteleuropa fast restlos abgeholzt, weil das Holz unter anderem zum Bau von Bergwerken und als Brennholz benötigt wurde. Carlowitz machte angesichts einer überregionalen Holznot darauf aufmerksam, dass nur so viel Bäume gefällt werden dürfen, wie auch wieder aufgeforstet werden, damit es eine „beständige und nachhaltende Nutzung" gibt.

Seit der UN-Konferenz 1992 in Rio de Janeiro ist der Begriff aus der öffentlichen Diskussion nicht mehr wegzudenken. Aus der Rio-Erklärung zu Umwelt und Entwicklung geht das Leitbild der Nachhaltigkeit hervor. Es bestimmt den Nachhaltigkeitsbegriff maßgebend und beschreibt das ausgewogene Verhältnis von wirtschaftlichen Interessen, sozialen Anliegen und der ökologischen Verantwortung.

Umweltverbrauch und Lebensgewohnheiten

Mit dem „ökologischen Fußabdruck“ (www.footprint.at) lässt sich Nachhaltigkeit veranschaulichen. Er bemisst den individuellen Umweltverbrauch und berechnet, wie viel Energie, Rohstoffe, Boden und Fläche wir mit unseren Lebensgewohnheiten verbrauchen. So steckt in jedem Glas Orangensaft, nicht nur das Wasser für die Obstplantagen, sondern auch der Boden, auf dem die Orangenbäume wachsen, und die Energie für Transport und Kühlung. Die Idee der Nachhaltigkeit geht davon aus, dass alle Menschen auf der Erde das gleiche Recht haben, Energie, Rohstoffe, Boden und Fläche zu nutzen. Der „ökologische Fußabdruck“ zeigt: Unser Umweltverbrauch steht in keinem Verhältnis zum Verbrauch in den Ländern des Südens. Würden alle Menschen so viel Energie und Rohstoffe verbrauchen, wie wir mit unseren Lebensgewohnheiten, dann würde diese Erde nicht genügen. Deshalb verbindet das Leitbild der Nachhaltigkeit die Bewahrung der Schöpfung mit der Gerechtigkeit.

Zukunftsfähiges Deutschland

Der „ökologische Fußabdruck“ ist neben dem „ökologischen Rucksack“ eine Möglichkeit, Nachhaltigkeit zu veranschaulichen. Wer gründlich ins Thema einsteigen will, kommt an der Studie „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ nicht vorbei. Sie wurde 2008 von „Brot für die Welt“, vom Evangelischen Entwicklungsdienst und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland herausgegeben (www.zukunftsfaehiges-deutschland.de).

Mit ihrem Beschluss „Selbstverständlich nachhaltig“ setzt die aej ein klares Signal. Nachhaltige Entwicklung ist aus der evangelischen Kinder- und Jugendarbeit nicht mehr wegzudenken. Ökofaire Beschaffung, ein klimaschonendes Mobilitätskonzept und Umweltmanagement sind zentrale Eckpunkte für die künftige Arbeit, damit Nachhaltigkeit nicht nur auf dem Etikett steht, sondern auch drin steckt in der Evangelischen Jugend.

 

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