Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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23.04.2013 14:53 Alter: 6 yrs

Pressemitteilung 6/2013 - Unangemessen für eine zivilgesellschaftliche Demokratie


König kurz vor Beginn des Prozesses gegen ihn am Amtsgericht Dresden wegen schweren Landfriedensbruchs. Foto: Wikimedia/DynaMoToR

König kurz vor Beginn des Prozesses gegen ihn am Amtsgericht Dresden wegen schweren Landfriedensbruchs. Foto: Wikimedia/DynaMoToR

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) zum Strafprozess gegen Lothar König, Jugendpfarrer in Jena

Am 4. April 2013 hat der Prozess gegen den Jenaer Jugendpfarrer Lothar König begonnen. Er wird beschuldigt, bei den Demonstrationen gegen den Aufmarsch von Neonazis am 19. Februar 2011 aus Anlass des Jahrestags der Bombardierung Dresdens schweren, aufwieglerischen Landfriedensbruch begangen zu haben. Den schwerwiegenden Vorwürfen steht ein langjähriges, mutiges und friedfertiges Engagement des Beschuldigten gegenüber. Er setzt sich seit vielen Jahren als Christ für Gerechtigkeit, Frieden und eine menschenfreundliche Welt ein. Der Umgang der sächsischen Justiz mit König und Anderen, die sich den Aktivitäten Rechtsextremer entgegenstellen, ist unverhältnismäßig und besorgniserregend. Es besteht die Gefahr, dass diejenigen kriminalisiert werden, die sich für Aufklärung und gesellschaftlichen Proteste gegen den Neonazismus engagieren.

Die Evangelische Jugend in Deutschland würdigt den Einsatz Lothar Königs für eine Gesellschaft, in der sich niemand vor Gewalt und Verfolgung fürchten muss. „Wir nehmen unsere christliche Verantwortung ernst und stellen uns friedlich aber bestimmt auch zukünftig all jenen in den Weg, die Hass und Gewalt säen“, so Dr. Thomas Schalla, der Vorsitzende der aej.

Deutschland braucht nachhaltige und kontinuierlich finanzierte Maßnahmen gegen Rechtsextremismus, ein Verständnis für die Besonderheit und Verbreitung dieser Ideologie und den Willen, sich ihr kompromisslos zu verweigern. Wir erwarten von unserem Staat, der Bedrohung durch den Rechtsextremismus entschieden entgegen zu treten. Wir wehren uns dagegen, dass er jene kriminalisiert, die sich für eine friedliche und demokratische Gesellschaft einsetzen. Wie jeder Bürger verdient Lothar König ein faires Verfahren und eine unvoreingenommene Justiz.

Vorstand
der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej)
23. April 2013
Zeichen: 2.020

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) ist der Zusammenschluss der Evangelischen Jugend in Deutschland. Als Dachorganisation vertritt die aej die Interessen der Evangelischen Jugend auf Bundesebene gegenüber Bundesministerien, gesamtkirchlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen und internationalen Partnern. Ihre derzeit 33 Mitglieder sind bundeszentrale evangelische Jugendverbände und Jugendwerke, Jugendwerke evangelischer Freikirchen und die Kinder- und Jugendarbeit der Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Acht evangelische oder ökumenische Verbände, Einrichtungen und Fachorganisationen sind als außerordentliche Mitglieder angeschlossen. Die aej vertritt die Interessen von ca. 1,35 Millionen jungen Menschen.

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