Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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01.06.2017 01:00 Alter: 24 days

Bibel AnDenken Andacht Juni 2017


Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2017 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen. Ein Auszug für den laufenden Monat:

Monatsspruch Juni 2017: "Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Apostelgeschichte 5,29 (E)

Andacht Juni 2017
- von Ulrike Bruinings, Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Landeskirche in Baden -

Weißt du, wo der Himmel ist?
Wohin uns Gottes Wille führt

Andacht
„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“

Ich stelle mir vor, wie ich als Besucherin der Szene im Tempel höre, wie Petrus diesen Satz zu den Menschen sagt, die ihn zurück ins Gefängnis stecken wollen. Sie hatten ihm ausdrücklich verboten, weiter die Botschaft Jesu zu verbreiten. Und nun tat er es wieder. Auf geheimnisvolle Weise aus dem Kerker entkommen, alle Türen sind noch verschlossen, steht er hier mit seinen Getreuen, und die Menschen hängen an seinen Lippen.

Ich bin beeindruckt von seiner Standhaftigkeit.
Die Gerichtsbarkeit kann ihm gefährlich werden. Er spielt mit dem Feuer. Und doch kann er nicht anders. Er ist sich seiner Sache sicher. „Es ist richtig, was ich tue und sage.“ Ich spüre, dass er genau das denkt.

Die Menschen um uns herum halten den Atem an. Werden die Apostel wieder bestraft, diesmal noch härter als Wiederholungstäter? Oder hilft ihnen Gott?

Wie wird das Ganze wohl ausgehen?
Da stehen ein paar, die ziehen sich zurück. Sie scheinen sich unsichtbar machen zu wollen. Vielleicht haben sie Angst, mit ins Visier der Verfolger zu geraten. Sie haben Respekt vor den Autoritäten.

Weiter vorne sehe ich drei, die noch ganz erfüllt sind von der Predigt, die die Apostel kurz zuvor gehalten haben. Die Sehnsucht nach einem Leben aus Gottes Geist steht ihnen ins Gesicht geschrieben, die Hoffnung auf Gerechtigkeit und Frieden strahlt aus ihren Herzen.

Bunt ist diese Versammlung wie das Graffito am Bauzaun zum Domplatz.
Bunt und vielfältig sind die Gedanken und Wünsche, die Träume, Sehnsüchte und Hoffnungen der Menschen, wenn es um Gott geht.

Und Gott? Steht Gott da drüber?
Es geht ja um ihn, um seinen Beweis, herausgefordert von einem Nichtchristen. „Wenn diese Männer wirklich Gottes Wort verbreiten, dann wird Gott mit ihnen sein, und ihr werdet sie nicht aufhalten können. Wenn es aber nicht Gottes Wort ist, wird es vergehen, wie schon andere vor ihnen vergangen sind.“

Gott wird es also machen. An ihm hängt es letztlich. Nicht an Petrus oder an den Aposteln. Gott wird in seiner Geschichte mit den Menschen handeln. Gott wird da sein. Gamaliel hat das erkannt, er, der abseits steht, eigentlich auf der anderen Seite.

Wie ist das für mich, für uns, heute?

Vertraue ich Gott genug, dass ich davon ablasse, den Beweis für ihn anzutreten?

Argumentiere ich ganz klar und gelassen, oder vielleicht eher verkrampft, um Recht zu behalten, weil auch mein Leben irgendwie von der Überzeugung abhängt?

Gehorche ich Gott oder den Menschen? Höre ich auf Gott oder auf die Menschen?

Petrus sagt, man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Gottes Gebote und Gottes Wille, Gottes Hoffnung und Verheißung für unsere Welt sind wichtiger als die Gebote und der Wille der Menschen.

Im Zweifel sollte ich immer dem folgen, was ich von Gottes Sicht auf die Welt verstanden habe. Auch wenn ich damit anecke.

Es gibt nur eine Richtschnur, und die ist leider auch Auslegungssache: der Wille Gottes für die Welt. Die Hoffnung Gottes und Gottes Verheißung.

Was ist menschlicher Wille, und menschliche Einsicht, was aber ist göttlicher Natur, auch hinter und in menschlichem Streben?

Das herauszufinden, wird immer eine Aufgabe im Leben sein.

Um hinter das Vordergründige zu schauen, um den Weg nach der Sackgasse zu finden, will ich auf Gott hören, seinen Worten horchen.

Die biblische Überlieferung steckt voller Geschichten Gottes mit den Menschen und der Welt. Gottes Geschichte ist eine Liebesgeschichte. Es geht um Verbindung, um Beziehung, zuerst von Gott geschenkt. Das ist aller Anfang. Und die Quintessenz der biblischen Überlieferung. Die Liebe Gottes überwindet Sackgassen und findet den Weg, der weitergeht.

Ein Ausdruck der Liebe Gottes ist, dass er sich selbst in die Welt gesetzt hat, weil er die Welt erneut mit sich verbinden wollte. Gott ist dieses Wagnis menschlichen Lebens eingegangen, um den Menschen und seiner Schöpfung ganz nah zu sein. Und gerade dann, wenn Menschen verfolgt und unterdrückt werden, ganz da zu sein.

Aus der Liebe Gottes folgt die Freiheit. Befreiungsgeschichten im ersten und zweiten Testament und die Befreiungsgeschichte in der Geschichte Jesu.

Gott befreit von allen anderen Abhängigkeiten, indem er allein sich und seine Botschaft als Richtschnur setzt. Ich bin im Letzten nur Gott gegenüber verpflichtet. Gott und seiner Botschaft der Liebe und der Freiheit.

Dorthin zeigt der Pfeil, dorthin geht der Weg: in den Himmel. Zu Gottes Plan und Gottes Versprechen.

Gutes für das Leben und die Liebe und die Freiheit der Menschen. Für mich selbst und für meine Nachbarn. Für die mir Nahen und die Fremden.

Dass Ausgegrenzte Rechte bekommen und Gerechtigkeit erfahren.
Friede, der realistisch und machbar ist, weil wir endlich daran glauben, dass das geht.

Dorthin zeigt der Pfeil, dorthin geht Gottes Verheißung.
Dorthin will ich ihm folgen, in allen weltlichen Wegen.
Amen.

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2017" sind möglich bei der
aej-Geschäftsstelle
Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
E-Mail: bestellung(at)aej-online.de
Preis pro Exemplar: € 10

Alle Preisangaben sind inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten ab 2,95 Euro innerhalb Deutschlands. Die Versandkosten richten sich nach Versandart, Größe und dem Logistikdienstleister.


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