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25.08.2017 15:46 Alter: 26 days

In Wittenberg, am Ort des Medienmachers Martin Luther, diskutierte die Evangelische Jugend mit Microsoft die Frage nach einer digitalen Ethik.


Thomas Langkabel, National Technology Officer von Microsoft Deutschland, im youngPOINTreformation.

Thomas Langkabel, National Technology Officer von Microsoft Deutschland, im youngPOINTreformation. Foto: afj EKvW

Zwischen Baugerüsten und Plastikplanen steht Thomas Langkabel mitten im offenen Altarraum des youngPOINTreformation (yPr). Der National Technology Officer von Microsoft Deutschland folgte am 24. August der Einladung der Evangelischen Jugend von Westfalen nach Wittenberg ins Begegnungszentrum der Evangelischen Jugend bei der Weltausstellung Reformation. Sein Thema: Entwicklungen und Chancen der Digitalisierung – Brauchen wir eine digitale Ethik?

Interessiert folgten die rund 20 Besucher des Vortrags den Ausführungen Langkabels. Übersichtlich und eindrücklich schilderte er, dass wir nach den industriellen Revolutionen mit Dampfmaschine, Elektrizität und der Einführung von Elektronik und IT nun in der Phase der Industrie 4.0 - der Digitalisierung sind.

Durch die digitalen Entwicklungen befände sich die Gesellschaft einer weiteren radikalen Transformation. Die Digitalisierung stelle uns damit vor viele gesamtgesellschaftliche Fragen, die sich zuvor noch nie gestellt haben: Vertraue ich im Zweifelsfall einem erfahren Mediziner oder einem Computer, der mit modernen bildgebenden Verfahren eine Diagnose stellt? Oder: Setzte ich mich gerne in ein selbstfahrendes Auto, und überlasse der Technik die Entscheidung, ob sie das Fahrzeug im Gefahrenfall gegen die Wand oder den Fußgänger lenkt? Auch die Interaktion zwischen Mensch und Maschine befindet sich im Umbruch, denk man nur an die Entwicklung einer HoloLens, die eine völlig neue Schnittstelle zur Interaktion bereitstellt.

Den Entwicklungen, ist sich Langkabel sicher, können wir nicht ausweichen. Wir können aber die Qualität des Diskurses und seine Verankerung in der Breite der Gesellschaft immer weiter vorantreiben, um bei allen Entwicklungen Nutzen und Risiko abzuwägen. Es wäre zu überlegen, ob die Ergebnisse schließlich in einer Art Ethikkonvention festgeschrieben werden. Die Kirchen, so Langkabel, könnten bei diesen Fragen eine wichtige Rolle spielen.

Abschließend zu seinem Vortrag wagte Langkabel noch eine Prognose: "Das Zeitalter der Apps neigt sich dem Ende zu." Alle Apps bedienten sich nur jeweils einer kleinen Sparte. "Persönliche Assistenten werden diese in Zukunft ablösen.", sagte Langkabel voraus.

Peter Bednarz, Bildungsreferent im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen folgerte zusammenfassend: "Wir brauchen eine digitale Mündigkeit. Wir als Jugendverband haben auch da die Aufgabe junge Menschen für das Leben fit zu machen."


Anja Lukas Larsen
Amt für Jugendarbeit der EKvW

Martin Weber
aej


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