Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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01.07.2018 01:15 Alter: 19 days

Bibel AnDenken Andacht Juli 2018


© Ria Rubow

Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2018 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen. Ein Auszug für den laufenden Monat:

Monatsspruch Juli 2018: "Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! Pflüget ein Neues, solange ers Zeit ist, den HERRN zu suchen, bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!“ Hosea 10,12 (L)

Andacht Juli 2018
- von Ulrike Bruinings, Landesjugendpfarrerin der Evangelischen Landeskirche in Baden -

Ich sag Dir: Komm!
Andacht
(am besten durch zwei Sprecher*innen abwechselnd zu lesen)

I. Rike ist nicht zu schlecht in der Schule.
Irgendwie hat sie das Gefühl, ihre Eltern sind trotzdem nicht mit ihr zufrieden.
Und worüber die sich alles Sorgen machen!
Dass sie nicht zu viel auf dem Smartphone daddelt –
dabei ist das doch die ständige Verbindung zu ihren Freundinnen!
Die ihre Eltern auch mögen – by the way …
Dann die Phase der letzten Monate …
Sie hat nicht mehr gerne alles gegessen.
Ausgesucht. Nicht zu viel Fett, viel Obst und Gemüse …
Eigentlich doch gesunde Ernährung.
Aber auch hier haben sie sich Sorgen gemacht –
dass sie bloß nicht magersüchtig wird!
Dann die Noten, die Schule …
Ihr macht es gerade einfach keinen Spaß mehr, brav zu lernen.
Das kann doch auch mal sein …
Und wenn es dann um Jungs geht,
dann scheinen sie völlig komische Bilder im Kopf zu haben.
Sie ist doch kein kleines Kind mehr.
Und sie ist nicht dumm und sich selbst was wert.
Sie mag ihre Eltern.
Aber manchmal ist das mit ihnen echt nicht einfach.

II. Hosea ist verzweifelt.
Er hat echt ’ne schwierige Position.
Er ist sich ganz sicher, dass so, wie es gerade läuft,
es nicht gut ist.

Die Anderen kommen, sind einfach auf dem Holzweg!
Sie waren doch voller Gottvertrauen gestartet.
Kollektiv. Eine Gemeinschaft.
Sie hatten Hoffnung und kümmerten sich umeinander.
Und jetzt geht es nur noch um die kultischsten Vorstellungen von Gott.
Die haben sich Statuen gebaut, die wichtiger sind als das,
worum es eigentlich geht!
Er wird noch ganz fuchsig.
Sie waren doch mit gemeinsamen Zielen gestartet,
hatten zentrale Werte geteilt.
Dass Gott ihr Anker und ihr Ausgangspunkt war,
hatte ihnen Kraft gegeben und sie gleichzeitig beflügelt.
Und es war auch klar,
dass die Gemeinschaft mit Gott auch daran unter ihnen wächst,
dass sie aufeinander achteten.
Dass alle sich einbringen konnten und teilhaben.

Wo ist das nur geblieben?
Jetzt fühlen sich die Einen besser als die Anderen …
Kein Wunder, dass Gott verzweifelt abwechselnd ruft
und droht …

Und ausgerechnet er soll da vermitteln.
Er hat es ihnen immer wieder gesagt:
Ihr kennt doch den Auftrag:
Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe!
Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen,
bis er kommt und Gerechtigkeit über euch regnen lässt!

I. Heute muss sie sich beeilen.
Gleich nach der Schule ist das große Treffen.
Rikes Clique hatte sich etwas Neues vorgenommen.
Im Internet fand jemand die Idee zu ihrem Projekt.
Sie hatte ja schon häufiger von einzelnen Oberengagierten
gehört, die Bäume umstricken und Gärten mitten auf den Minigrünstreifen
zwischen Autobuchten anpflanzen.
Ihr war das immer ein bisschen zu öko gewesen.
Aber, ehrlich gesagt, macht es gerade richtig Spaß.
Sie wollen ihren Stadtteil und ihre Schule und ihr Leben am
Nachmittag miteinander bunter machen.
Das ist der Plan.
Vielleicht wird sie auch mal das ein oder andere Häkelstück beitragen.
Und sie wollen auch etwas für andere tun.
Als Erstes haben sie so einen begehbaren Kleiderschrank gebaut.
Also wie so ein Hühnerhaus oder so.
Das steht auf dem Schulhof.
Oben drüber ein Riesenschild – das hat sie gesprayt, sehr geil
geworden! ?
„Zum Teilen & Tauschen“
Innen in ihrem Tauschraum gibt es verschiedene Fächer.
Überall können Dinge platziert werden, die jemand nicht mehr
braucht und die vielleicht jemand anderem noch Spaß bringen können.
Heute ist Eröffnung.
Jeder und jede von ihnen bringt etwas mit.
Sozusagen die Erstausstattung.
Und dann darf einfach zugegriffen werden.
Rike ist mega gespannt, wie der Termin mit dem Bürgermeister und
der Rektorin sein wird.
Sie ist ein bisschen aufgeregt.
Aber vor allem freut sie sich.

II. Für Hosea ist es echt eine Achterbahn.
Er ist sich so sicher, dass das Volk Israel noch nicht aus Gottes Gnade
gefallen ist!
Und er erinnert sie an Gottes Geschichte mit ihnen.
Dass er ihnen Kraft gegeben hat
und wunderbar die Befreiung aus Ägypten wahrgemacht hat!
Und dann wieder hat er das Gefühl,
so sehr er sie auch erinnern kann,
kaum dreht er sich um,
schon ist das scheinbar wieder vergessen,
und die Menschen machen gerade so weiter.

Aber vielleicht ist das normal?
Ganz menschlich?
Dass wir immer hinter unseren Ansprüchen zurückbleiben?
Wir Menschen sind eben nicht perfekt.
Ja, ja, er weiß auch. Wir können es gar nicht sein und
müssen es nicht.
Gottes Liebe ist ja gerade dafür auch der Grundstein.
Aber trotzdem – Gott hat doch nur uns, um das Leben der Welt
zu gutem Leben zu machen!
Er kommt aus diesem Dilemma nicht raus.
Zum Glück bleibt ihm immer noch die Gewissheit:
auch dieses Dilemma ist in Gott aufgehoben und gelöst.
Er wird weiter für Gerechtigkeit und Liebe Werbung machen.
So gut es geht.
So viele Kampagnen ihm einfallen.

I. Richtig spannend war es letztens in der Relistunde geworden.
Da hatten sie heiß diskutiert, wie das denn ist mit Gott.
Ehrlich gesagt, entfachen diese Diskussion nicht gerade
regelmäßig ein Feuer in ihr.
Aber da war es echt interessant gewesen.
Sie hatten die Propheten durchgenommen.
Krasse Menschen – einer gegen den Rest der Welt!
Und irgendwie auf der guten Seite.
Unterwegs für die richtigen Dinge.
Ihre Diskussion war entbrannt, weil Jan, der auch Freizeitteamer in
der Kirchengemeinde ist, aus den Aktionen des letzten Jahres erzählt
hatte: Reformationsjubiläum 2017 – da war es ständig um Rechtfertigung
gegangen.
Dass die Menschen eben nicht ihren Wert vor Gott durch Leistung
bringen müssen.
Auch nicht durch Leistung im Gutsein, in Hilfe für die Armen und so was.
Steht doch irgendwie im Gegensatz zu dem Engagement der Propheten.
Die drohen immer damit, dass Gott zornig ist,
wenn seine Menschen nicht das Richtige tun …
Hat ja fast was von oberstrengen Eltern …

Irgendwann war es nur noch um sie selbst gegangen.
Das ist dann immer echt cool.
Und da hatten sie und ihre Clique Lust bekommen,
etwas zu tun und etwas zu gestalten.
Einen Unterschied zu machen für die Welt.
Nicht weil sie das für Gott machen müssen, sondern weil
sie das machen können!
Und irgendwie war ihr damit klargeworden, dass sie das dann für alle tut.
Für sich selbst, für Gott und für die Anderen.
Richtig sinnvoll.
Und einfach mit dem, was sie kann und beitragen kann.

Aber ey, sie wird jetzt sicherlich nicht heilig werden,
sondern auch noch weiter andere sinnfreie Dinge tun.
Auch wenn sie zugeben muss,
dass der Eröffnungstag von „Teilen & Tauschen“ echt mega war!

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2018" sind möglich bei der
aej-Geschäftsstelle
Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
E-Mail: bestellung(at)aej-online.de
Preis pro Exemplar: € 10

Alle Preisangaben sind inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten ab 2,95 Euro innerhalb Deutschlands. Die Versandkosten richten sich nach Versandart, Größe und dem Logistikdienstleister.


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