Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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23.08.2018 17:25 Alter: 27 days

Auf den Spuren der Vergangenheit Mut zu neuem Leben finden


Jugendreferentin Sonja Hillebrand (r.), Deeskalationstrainerin Katharina Rauhut (l.) und Gemeindediakonin Ute Schmutzler-Frohwitter (zweite v.l.) haben zur Prüfung etwas geliefert, dass sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann. Ausbilderin Sabine Haupt-Scherer ist begeistert.

Jugendreferentin Sonja Hillebrand (r.), Deeskalationstrainerin Katharina Rauhut (l.) und Gemeindediakonin Ute Schmutzler-Frohwitter (zweite v.l.) haben zur Prüfung etwas geliefert, dass sich im wahrsten Sinne des Wortes sehen lassen kann. Ausbilderin Sabine Haupt-Scherer ist begeistert. Foto: Anja Lukas-Larsen

Ausbildungsgruppe erstellt Material, um mit Jugendlichen über traumatische Erfahrungen zu sprechen.

Schwerte. Draw my life – mein Leben malen: Bei Jugendlichen ist das gerade in: Geschichten vom eigenen Leben malen und erzählen und dann im Internet hochladen.
In der Ausbildungsgruppe Traumapädagogik, die im Amt für Jugendarbeit der Evangelischen Kirche von Westfalen im Sommer 2018 zertifiziert wurde, haben sich das drei Absolventinnen zu Nutze gemacht, um für die Prüfung einen Film zu erstellen, mit dem man mit Jugendlichen über ihre eigenen belastenden Erfahrungen ins Gespräch kommen kann.

Der Film erzählt von Tom. Der ist gerade 14 und da ist das Leben ja ohnehin ziemlich kompliziert. Tom hat es aber besonders schwer. Seine Eltern trennen sich, in der Schule wird er gemobbt. Schließlich fesseln ihn Mitschüler im Wald an einen Baum, machen demütigende Fotos und laden die im Netz hoch. Tom ist danach Stunden im Wald allein an den Baum gefesselt und kann sich nicht befreien, bis schließlich sein Lehrer ihn findet. Alles gut, könnte man meinen, aber Tom ist von da an verändert. Für ihn ist nichts mehr wie es war. Er ist traurig und ängstlich geworden  und manchmal geht die Wut mit ihm durch. Sogar seine geliebte kleine Schwester hat er am Ende verletzt. Er hat total die Steuerung über sich verloren. Seine kleine Schwester hatte ihn einfach ganz fest gedruckt. So lieb hatte sie ihn. Tom hat sich plötzlich an das Seil am Baum erinnert, das immer fester gezogen wurde. Und da ist die blanke Wut von damals hochgekommen, die er im Wald hatte nicht umsetzen können – ohnmächtig, wie er da war. Wie gut, dass er nicht einfach nur bestraft und abgeurteilt wird. Erwachsene haben Verständnis für ihn und erklären ihm, was mit ihm los ist. Und sie helfen Tom weiter. In der Verarbeitung seiner Vergangenheit findet Tom Mut zu neuem Leben, und in der Beziehung zu seiner kleinen Schwester wird alles wieder gut. So gibt es ein richtiges Happyend.

Jugendreferentin Sonja Hillebrand, Deeskalationstrainerin Katharina Rauhut und Gemeindediakonin Ute Schmutzler-Frohwitter haben dieses Material  für die Arbeit mit Pädagogen  und  Jugendlichen als Prüfungsleistung für ihre Zertifizierung zur Traumapädagogin vorgestellt. Jetzt stellen sie es auf der Seite des Amtes für Jugendarbeit (www.juenger-westfalen.de)  im Shop kostenlos als Download zur Verfügung, damit mehr Kinder und Jugendliche mit belastenden Erfahrungen Hilfe bekommen. „Ich bin total gerührt und auch ein bisschen stolz“, sagt Ausbildungsleiterin Sabine Haupt-Scherer, „dass Teilnehmerinnen aus meiner Ausbildungsgruppe so etwas Hilfreiches produzieren und es dann kostenlos zur Verfügung stellen. Da geht etwas weiter, das ich angestoßen habe, und das verbessert unsere Möglichkeiten, Hilfe zu leisten.“

Direkt zum Shop:
https://bit.ly/2wbdeQI  

Das Video bei youtube:
https://youtu.be/HXCGUTfVe2A

Das Video zum kostenfreien Download:
https://drive.google.com/file/d/1loxfP0B9Ny4m_nk5nwxMz5jgKYbVroza/view?usp=sharing


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