Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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01.12.2020 01:00 Alter: 51 days

Bibel AnDenken Andacht Dezember 2020


Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2020 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen. Ein Auszug für den laufenden Monat:

Monatsspruch Dezember 2020: Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut! Jesaja 58, 7 (L)

Andacht Dezember 2020
- von Bernhard Schmeing, Landesjugendpastor der Evangelisch-reformierten Kirche -

Weihnachten –Zeit für eine bessere Welt
„Evangelische und katholische Jugendliche
wollen eine bessere Welt:
eine, die gerechter ist,
in der Menschen zusammenhalten,
in der sie gesund sein können,
wo die Natur nicht zerstört wird,
wo niemand arm sein muss,
wo jeder und jede den Menschen liebhaben kann,
den er oder sie will,
wo alle eine Chance haben,
wo Frieden ist.“

Das sind Sätze aus einem Sozialwort, das die katholische und die evangelische Jugend 2017 veröffentlicht haben. Als Überschrift für das Sozialwort haben sie gewählt: „Damit die Welt zusammen hält“.

Ich stelle mir vor, Jesaja würde diese Sätze lesen. – Ich bin mir sicher, er würde sich darüber sehr freuen. Jesaja und die, die mit ihm unterwegs waren, haben einige Jahrhunderte vor unserer Zeitrechnung gelebt und haben mit kritischem Blick wahrgenommen, was in ihrer Zeit in der Gesellschaft um sie herum passierte. Vieles, was Jesaja gesehen hat, hat ihn geärgert und teilweise erschüttert. Er sah so viele Menschen, denen es richtig schlecht ging: Arme, Obdachlose, Versklavte und so viele andere mehr. Jesaja hat seinen Ärger darüber nicht für sich behalten, sondern ihn öffentlich ausgesprochen. Er hat dabei auch klare Ansagen darübergemacht, wie er sich eine bessere und gerechtere Welt vorstellt. Das können wir in der Bibel nachlesen, z. B. sagt Jesaja:

„Brich dem Hungrigen dein Brot, und die im Elend ohne Obdach sind, fu?hre ins Haus! Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!“ (Jesaja 58, 7)

Was Jesaja hier einfordert, sind die Grundbedürfnisse des Menschen: was zu essen (und zu trinken) haben, ein Zuhause, also ein Dach über dem Kopf, und etwas zum Anziehen.

Obwohl das doch eigentlich selbstverständlich sein sollte und obwohl alle sagen würde: „Jede und jeder soll das Lebensnotwendige bekommen“ – trotzdem gibt es bis heute Menschen, die nicht genug zum Leben haben. Es geht immer noch ungerecht zu auf unserer Erde. Im Sozialwort der katholischen und evangelischen Jugend werden ein paar Dinge herausgepickt, die heute, in unserer Zeit nicht gerecht sind und die sich ändern müssten:

  • Jede*r soll wählen dürfen. Alte Menschen. Junge Menschen. Menschen, die nicht in Deutschland geboren sind.
  • Die Rechte der Kinder müssen im Grundgesetz stehen.
  • Alle Kinder und Jugendlichen sollen gleich viel Geld bekommen, egal wie viel ihre Eltern verdienen.
  • Für Luxusgüter soll man mehr Steuern zahlen als für Essen.
  • Es soll mehr Geld für den Frieden ausgegeben werden als für den Krieg.

Das sind nur einige Themen, die berücksichtigt werden müssen, damit die Welt zusammen hält. Weitere können wir nachlesen.
Den Propheten Jesaja würde das alles sehr freuen. Natürlich nicht, dass es auch heute immer noch ungerecht zugeht. Aber es würde ihn freuen, dass junge Menschen sich Gedanken machen und auf das hinweisen, was nicht gut läuft in unserer Gesellschaft.

Wir sind jetzt in der Adventszeit. In diese Wochen vor Weihnachten passt das, was Jesaja sagt, genauso wie das Sozialwort gut hinein. Denn im Advent wird viel über Gerechtigkeit, über Armut und über Teilen und Spenden gesprochen. Gut, dass es diese Zeit gibt!
Es ist für dich und mich eine gute Zeit, um genauer hinzuschauen. Wer braucht Brot, Nahrung? Wem fehlt ein Dach über dem Kopf? Wem mangelt es an den elementarsten Dingen zum Leben?
Die Adventszeit ist für dich und mich eine gute Zeit um zu fragen: Was kann ich teilen? Was abgeben?

Aber da gibt es etwas, was uns schnell ausbremsen kann. Es ist der Satz:
Was kann ich alleine schon tun? So ein Gedanke schleicht sich schnell ein,
wenn uns bewusstwird, wie groß das Unrecht auf der Welt ist;
wenn wir erkennen, wie ungleich der Wohlstand verteilt ist;
wenn wir lesen, dass es Regionen auf der Erde gibt, die besonders am Klimawandel die Schuld tragen, dass aber Menschen in ganz anderen Regionen die Klimaveränderungen ausbaden müssen;
wenn wir sehen, dass Menschen im Mittelmeer ertrinken auf ihrer Flucht aus Armut und Unterdrückung.

Was kann ich alleine schon tun? Gegen diesen Gedanken, der uns lähmt, hilft, sich mit anderen zusammenzutun. Letztes Jahr haben weltweit Kinder und Jugendliche zusammen demonstriert. „Fridays for Future“ hieß das Motto. Natürlich musste jede und jeder erst einmal selbst entscheiden: „Mach ich mit?“ „Engagiere ich mich für das Klima und damit für den Erhalt der Erde?“ Nach dieser persönlichen Entscheidung ist es dann aber leichter, gemeinsam auf dem Weg zu sein. „Das, was du allein nicht schaffst, das schaffen wir vereint“ lautet ganz treffend eine Zeile im Kindermutmachlied.

Die Adventszeit ist besonders gut dafür geeignet, um sich über solche Dinge Gedanken zu machen und um sich auszuprobieren. Denn schließlich ist der Advent die Zeit, in der wir uns für Weihnachten warmlaufen. Wie alle Jahre wieder hören wir auch dieses Jahr an den Weihnachtstagen die frohe Botschaft: „Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens!“ Das ist Gottes Botschaft: Es soll Frieden sein! Frieden, der alles umfasst, was die Menschen brauchen. Nahrung, Heimat, Kleidung, wie Jesaja es fordert. Eine bessere Welt ohne Armut, ohne Naturzerstörung und mit Gerechtigkeit, wie es die katholische und evangelische Jugend fordert.

Weihnachten spüren die Menschen: Es geht uns erst dann gut, wenn es allen gut geht. Und Jesaja würde wahrscheinlich ergänzen: Es geht Gott gut, wenn es allen Menschen gut geht! Amen.

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2020" sind möglich bei der
aej-Geschäftsstelle
Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
E-Mail: bestellungen(at)aej-online.de
Preis pro Exemplar: € 10

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