Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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26.11.2014 11:25 Alter: 6 yrs

aej-Pressemitteilung 8/2014 Mit Frieden Ernst machen - zivile Konfliktbearbeitung stärken


Foto: Flickr/ Donna Cleveland

„20. bis 23. November 2014 in Berlin: 125. Mitgliederversammlung der aej “

(aej) Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) fordert die politischen Verantwortungsträger Deutschlands auf, Ernst zu machen mit der Rede vom Frieden. Anstatt Forderungen internationaler Partner nach verstärktem militärischem Engagement deutscher Truppen nachzugeben, müssen sie den Mut aufbringen, die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik unter der Prämisse der Gewaltfreiheit weiterzuentwickeln und Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung stärken.

Vor dem Hintergrund der Kriege und Konflikte im Mittleren und Nahen Osten erwarten die Delegierten der 125. aej-Mitgliederversammlung, eine neue deutsche Außenpolitik, die mehr Verantwortung für den Frieden übernimmt. Dabei muss Gewaltfreiheit zur Prämisse ihrer Zusammenarbeit mit internationalen Partnern werden. Durch die Förderung ziviler Konfliktbearbeitung kann sie mit gutem Beispiel vorangehen.

Die aej fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages darum auf, in den anstehenden Debatten um den Bundeshaushalt 2015 zukünftig dafür Sorge zu tragen, dass sich die Ausgaben für Maßnahmen und Instrumente ziviler Konfliktbearbeitung und die Ausgaben für militärische Zwecke angleichen. Darüber hinaus fordert die aej die Bundesregierung und insbesondere Bundeskanzlerin Merkel, Bundesverteidigungsministerin von der Leyen, Bundesaußenminister Steinmeier und Bundesentwicklungshilfeminister Müller auf, die Strategien Deutschlands zur Lösung von Konflikten unter der Prämisse der Gewaltfreiheit weiterzuentwickeln: militärische Konfliktlösung muss auf lange Sicht aus dem Repertoire deutscher Außen- und Sicherheitspolitik weichen. Stattdessen müssen Wege der frühzeitigen zivilen Konfliktbearbeitung zum Standard werden.

Dazu sind insbesondere langfristige Strategien der Prävention, Verständigung und Krisenvermeidung im Gegensatz zu kurzfristigem Krisenmanagement zu fördern. Der Aktionsplan „Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und Friedenskonsolidierung“ der Bundesregierung muss konsequent bekannt gemacht, realisiert und weiterentwickelt werden. Um zivilem Fachpersonal Freiwilligeneinsätze in Krisenregionen, etwa im Rahmen des Zivilen Friedensdienstes (ZFD), zu ermöglichen, müssen Bund und Länder als Arbeit- und Mittelgeber eine entsprechende finanzielle und personelle Ausstattung entsendender Stellen sicherstellen. Nur so können das temporäre Fehlen dieser Fachkräfte in Deutschland kompensiert und zivile Friedensdienste überhaupt erst möglich gemacht werden.

Darüber hinaus fordert die aej den Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) auf, sich ebenfalls stärker für einen Paradigmenwechsel von der militärischen Konfliktlösung hin zur zivilen Konfliktbearbeitung einzusetzen. In diesem Zusammenhang sind die Position und Rolle des Friedensbeauftragten der EKD zu stärken und die Wirkung von Stellungnahmen, die militärische Gewalt - auch als Ultima Ratio - legitimieren, kritisch zu hinterfragen.

Martin Weber, aej
26. November 2014
Zeichen: 3.052

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) ist der Zusammenschluss der Evangelischen Jugend in Deutschland. Als Dachorganisation vertritt die aej die Interessen der Evangelischen Jugend auf Bundesebene gegenüber Bundesministerien, gesamtkirchlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen und internationalen Partnern. Ihre derzeit 33 Mitglieder sind bundeszentrale evangelische Jugendverbände und Jugendwerke, Jugendwerke evangelischer Freikirchen und die Kinder- und Jugendarbeit der Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Acht evangelische oder ökumenische Verbände, Einrichtungen und Fachorganisationen sind als außerordentliche Mitglieder angeschlossen. Die aej vertritt die Interessen von ca. 1,35 Millionen jungen Menschen.

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