Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

Haltung zeigen und Ursachen beseitigen!

Foto: Andreas Issleib | (CC BY-NC-ND 2.0)

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) positioniert sich zum Rechtspopulismus als gesellschaftliche Herausforderung

Die Evangelische Jugend in Deutschland akzeptiert keine rechtspopulistischen Einstellungen im demokratischen Meinungsstreit. Mit dieser Haltung beschlossen die Delegierten der 129. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej), die vom 22. bis 25. November 2018 in Pappenheim tagte, ein Positionspapier, dass eine klare Kante beim Umgang mit Rechtspopulismus fordert.

„Die ‚Grenze des Sagbaren‘ ist in Deutschland und in vielen europäischen Ländern nach rechts gerückt,“ stellt Dr. Sven Evers, Vorsitzender der aej, beunruhigt fest. „Wir müssen in Diskussionen aufzeigen, wo Grenzen überschritten werden“, so Evers weiter, „denn Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Das fordert uns gleichzeitig heraus, sozial verantwortliche Lösungen für eine Gesellschaft zu finden, in der es keine einfachen Antworten gibt.“

Rechtspopulist*innen stellen zunehmend demokratische Grundwerte in Frage und gefährden damit das friedliche Zusammenleben in und den Zusammenhalt von Gesellschaft. Sie wenden bewusst Grenzüberschreitungen in Wort und Inhalt an, um andere Meinungen zu diskreditieren und Positionen in die Diskussion zu bringen, die einer demokratischen Gesellschaft zutiefst widersprechen. Besonders in der Debatte um die Migrations- und Asylpolitik wird Hetze für eine Abschottung betrieben. Die Evangelische Jugend steht dagegen mit ihrem christlichen Menschenbild für Frieden, Demokratie, Einhaltung der Menschenrechte, Toleranz und Akzeptanz, Gleichberechtigung und soziale Gerechtigkeit sowie Nächstenliebe und Solidarität und fordert konstruktive und tragfähige europäische Lösungen!

In diesem Zusammenhang ist es nötig, sich mit der Globalisierung und deren Auswirkungen auseinanderzusetzen und Wirtschaftskonzepte zu hinterfragen. Maßstab wirtschaftlichen Handelns darf nicht der Wohlstand einiger Staaten, Unternehmen und Personen sein, sondern das Wohlergehen aller Menschen. Demokratie wird durch Teilhabe und Mitbestimmung gestaltet. Dazu müssen sich alle gesellschaftlichen und politischen Akteur*innen der gemeinsamen Auseinandersetzung stellen, um Beteiligung und Mitbestimmung für alle Teile der Gesellschaft zu ermöglichen.

Auch für die Evangelische Jugend selbst steht dabei vor Herausforderungen. Soziale Gerechtigkeit, Integration und Vielfalt müssen sich noch stärker in ihren Aktivitäten abbilden. Etwa in Gruppenstunden, in der Freizeit- und Zeltlagerarbeit, in der Arbeit mit Konfirmand*innen oder in der Aus-, Fort- und Weiterbildung für ehrenamtliche und berufliche Mitarbeit*innen. Evangelische Jugend muss ihre Partizipationsinstrumente und deren Resultate regelmäßig in den eigenen Strukturen kritisch prüfen, hinterfragen und wenn nötig weiterentwickeln.

Evangelische Jugend macht immer wieder deutlich, welchen Wert ihre Arbeit hat. Sie zeigt klare Kante und ermutigt alle, das Gleiche zu tun und für die gesellschaftlichen Errungenschaften, die eine demokratische und pluralistische Gesellschaft ausmachen, einzustehen und zu streiten.

 

 

Rechtspopulist*innen entgegentreten - zum Umgang der Jugendverbände und -ringe mit der AfD

Der Hauptausschuss des Deutschen Bundesjugendrings (DBJR) hat die Position „Rechtspopulist_innen entgegentreten – zum Umgang der Jugendverbände und –ringe mit der AfD“ beschlossen. Damit macht der DBJR klar, warum er in keiner Weise mit der AfD zusammenarbeiten wird und zeigt Haltung für Demokratie, Vielfalt sowie die unantastbare Würde aller Menschen. Gleichzeitig ermutigt der DBJR seine Mitgliedsorganisationen, sich als wichtige Teile der Zivilgesellschaft ebenfalls aktiv und offen gegen Demokratiefeindlichkeit und Rechtspopulismus zu positionieren.


Der Vorstand der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) hat sich in seiner Sitzung am 25. Oktober 2016 den Beschluss des Deutschen Bundesjugendringes (DBJR) „Rechtspopulist_innen entgegentreten – zum Umgang der Jugendverbände und –ringe mit der AfD" einstimmig zu eigen gemacht.

Ganz praktisch beteiligt sich Evangelische Jugend schon jetzt vielerorts mit ihrer Stimme an Kundgebungen und Demonstrationen und zeigt Gesicht, für eine vielfältige, solidarische und offene Gesellschaft.

Hier den DBJR-Beschluss herunterladen >>

 

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat auf ihrer Synode 2017 den Beschluss "Rechtspopulismus als Herausforderung annehmen" verabschiedet.

Die Synode stellt fest, dass rechtspopulistische, rechtsextreme, rassistische, frauenfeindliche und völkisch-nationalistische Einstellungen in unserer Gesellschaft anwachsen und in allen gesellschaftlichen Schichten und Altersgruppen vertreten sind. Auch unter Mitgliedern der Kirchen sind solche Einstellungen anzutreffen. Die Würde eines jeden Menschen, begründet in der Ebenbildlichkeit Gottes, und das Gebot der Nächstenliebe sind unaufgebbare Grundlagen unseres Glaubens. Sie sind nicht vereinbar mit Haltungen und Ideologien, die Hass und Gewalt verbreiten und eine Ungleichheit von Menschen und daraus resultierende Ungleichbehandlungen, Ausgrenzungen und Feindschaft postulieren.

Hier kann der vollständige Beschluss nachgelesen werden.

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