Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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07.11.2013 08:00 Alter: 6 yrs

Pressemitteilung 11/2013 Aufwachsen ohne „entweder - oder“


Doppelte Staatsbürgerschaft statt Optionspflicht – Multinationale Identitäten junger Menschen sind zu respektieren!

Rund 3.400 junge Deutsche mit Migrationshintergrund müssen sich aufgrund der Optionspflicht im Jahr 2013 für oder gegen ihre deutsche Staatsangehörigkeit entscheiden. Der Zwang zur Entscheidung missachtet die multinationalen Identitäten vieler junger Menschen und erklärt sie zu Deutschen unter Vorbehalt. Erste Erfahrungen mit dem aufwendigen bürokratischen Verfahren zeigen darüber hinaus, dass eine Reihe Optionspflichtiger Gefahr laufen, unbeabsichtigt ihre deutsche Staatsbürgerschaft zu verlieren. Diese Praxis ist rechtlich bedenklich und unverhältnismäßig. Die Optionspflicht erschwert jungen Menschen die Identifikation mit dem Land, in dem sie leben und wirkt einer gelungenen Integration in Deutschland entgegen.

Die laufenden Koalitionsverhandlungen bieten die Chance, diese Praxis zu korrigieren und den betroffenen jungen Menschen ein Aufwachsen ohne „entweder - oder“ zu ermöglichen.

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V. (aej) fordert seit Jahren, die Hürden für die Einbürgerung junger Menschen zu senken, damit sie gleichberechtigt mitgestalten und mitentscheiden können. Deshalb ist die Abschaffung der Optionspflicht überfällig und eine Reform des Staatsangehörigkeitsrechts notwendig. „Geborene Deutsche im eigenen Land zu Ausländern zu machen ist weder nachhaltig noch förderlich für das Integrationsklima in Deutschland. Eine dauerhafte und grundsätzliche Mehrstaatigkeit für alle in Deutschland geborenen Kinder ausländischer Eltern muss ermöglicht werden.“, sagt Mike Corsa, Generalsekretär der aej.

Die aej und ihre Mitgliedsverbände beteiligen sich auf vielfältige Weise an der Integration junger Menschen. Die gleichberechtigte Teilhabe aller jungen Menschen an der Gesellschaft gehört dabei zu ihrem Selbstverständnis. Die Optionspflicht erweist sich dabei als unnötiges Integrationshindernis.

Junge Menschen mit Migrationshintergrund können nach dem Geburtsortprinzip oder durch Einbürgerung nach der Übergangsregelung neben einer anderen auch die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten. Mit Beginn der Volljährigkeit, spätestens jedoch bis zur Vollendung des 23. Lebensjahres, muss erklärt werden, ob die deutsche oder eine andere Staatsangehörigkeit beibehalten werden soll.

Martin Weber, aej
7. November 2013
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Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) ist der Zusammenschluss der Evangelischen Jugend in Deutschland. Als Dachorganisation vertritt die aej die Interessen der Evangelischen Jugend auf Bundesebene gegenüber Bundesministerien, gesamtkirchlichen Zusammenschlüssen, Fachorganisationen und internationalen Partnern. Ihre derzeit 33 Mitglieder sind bundeszentrale evangelische Jugendverbände und Jugendwerke, Jugendwerke evangelischer Freikirchen und die Kinder- und Jugendarbeit der Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Acht evangelische oder ökumenische Verbände, Einrichtungen und Fachorganisationen sind als außerordentliche Mitglieder angeschlossen. Die aej vertritt die Interessen von ca. 1,35 Millionen jungen Menschen.

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