Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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15.12.2016 09:34 Alter: 99 days

„Erasmus+“ solide weiterentwickeln statt Parallelstrukturen mit Solidaritätskorps schaffen


Unter dem Titel „Europäischen Gemeinschaftssinn beleben, Bildung stärken, Erasmus+ vereinfachen“ fand am 6. Dezember 2016 ein jugendpolitisches Fachgespräch im Haus der EKD in Brüssel statt. Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej), das EKD-Büro Brüssel sowie die fünf Träger des katholischen Europabüros für Jugend- und Erwachsenenbildung (Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Arbeitsstelle für Jugendseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz (afi), Katholische Erwachsenenbildung Deutschland (KEB), Arbeitsgemeinschaft katholisch-sozialer Bildungswerke in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (askb), Europäische Förderation für katholische Erwachsenenbildung (FEECA) hatten dazu eingeladen.

Bezugnehmend auf die von Präsident Juncker im September gestartete EU-Initiative des „Europäischen Solidaritätskorps“ (ESC) und die Idee des „Free-Interrail-Tickets“ für junge Menschen merkte die  Leiterin des EKD-Büros Katrin Hatzinger, in ihrer Begrüßung an: „Das Programm „Erasmus+“ ist ein ausgezeichnetes Instrument, um Vernetzungsmöglichkeiten anzubieten, um Engagement zu fördern und die europäische Idee zu verwirklichen. Wir sehen jedoch mit Sorge, dass dieses Programm mit Ablehnungsquoten europaweit von über 70 Prozent im Jugendprogrammteil nun noch  für andere Initiativen herangezogen werden soll und dies ohne klare finanzielle Aufstockung.“ Angesichts des seit mehr als zwanzig Jahren bestehenden Europäischen Freiwilligendienstes warnte sie zudem davor überflüssige Doppelstrukturen zu schaffen, die nur verwirren, aber keinen Mehrwert bieten. Dr. Barbara Tham vom Zentrum für angewandte Politikforschung an der LMU München stellte anschließend die Ergebnisse aus dem deutschen bzw. europäischen Forschungsverbund „Unter der Lupe“/RAY dar, die die Wirkungen von  JUGEND IN AKTION bzw. „Erasmus+ JUGEND IN AKTION“ seit 2009 untersuchen. Mit beeindruckenden Werten von über 85 Prozent stellen Teilnehmende für sich fest, dass die Projekte zu ihrer persönlichen Entwicklung beigetragen haben. Dies wirkte sich besonders in den Feldern Umgang mit kultureller Vielfalt, Toleranz, Solidarität und soziale Inklusion aus. Gerade mit Blick auf den Europäischen Freiwilligendienst, welcher die freiwillige Arbeit junger Menschen in gemeinnützigen Einrichtungen in Europa finanziell unterstützt, gaben nach der Programmerfahrung mehr als zwei Drittel der Teilnehmer an, dass ihnen die Werte „Toleranz und Solidarität“ wichtiger geworden seien. Dass „Erasmus+“-Projekte zudem wesentlich die aktive Bürgerschaft fördern, belegte Dr. Barbara Tham mit ähnlich hohen Werten.

Warum also dieses positive Potenzial nicht ausbauen? Das fragten sich auch Medienvertreter*innen und so griff ZEIT online die kritischen Anmerkungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V. (aej) auf. Doris Klingenhagen, Referentin für Europäische Jugendpolitik, erklärte in Brüssel „Mit dem ESC würden unnötige Parallelstrukturen geschaffen. Bereits heute drückten junge Menschen in Europa ihre Solidarität in verschiedenen Projekten aus und verwies auf den Europäischen Freiwilligendienst, der Teil des Programms Erasmus+ JUGEND IN AKTION ist. Im Grunde bleibe unbeantwortet, was das Europäische Solidaritätskorps jungen Menschen als "wirkliches Plus" bieten könne.

Zur ausführlichen Pressemeldung:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2016-12/solidaritaetskorps-jugendliche-eu-kommission-registrierung#comments

Kontakt
aej-Geschäftsstelle
Doris Klingenhagen
Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
Telefon: 0511 1215-1
Fax: 0511 1215-299
E-Mail: dk(at)aej-online.de

 

 


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