Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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01.09.2017 01:00 Alter: 19 days

Bibel AnDenken Andacht September 2017


Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2017 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen. Ein Auszug für den laufenden Monat:

Monatsspruch September 2017: "Und siehe, es sind Letzte, die werden die Ersten sein, und sind Erste, die werden die Letzten sein.“ Lukas 13,30 (L)

Andacht September 2017
- von Florian Geith, Landesjugendpfarrer in der Evangelischen Kirche der Pfalz -

Aus dem Schatten treten
„Mir läuft es immer noch kalt den Rücken herunter, wenn ich daran zurückdenke: Sportunterricht in der Schule! Der Lehrer forderte die Klasse auf, zwei Fußballmannschaften zu bilden. Ballspiele lagen mir überhaupt nicht. Der Ball wollte mir einfach nicht gehorchen. Jeder in der Klasse wusste das. Dann wurde gewählt und ich immer am Schluss. Wenn ich Glück hatte, gehörte ein Freund zu den beiden, die auswählen durften, denn der erbarmte sich meiner manchmal. Dafür traf es einen anderen Mitschüler. Dann blieb der mit dem Gefühl zurück, zur Wahl zu stehen und als Letzter übrig zu bleiben.“

Erfahrungen wie diese hinterlassen Spuren. Sie berühren die Urängste eines jeden Menschen, nicht nur von Schülerinnen und Schülern beim Sport. Die Frage „Bin ich dabei?“ ist eine Urfrage des Lebens. Im Gleichnis wird diese Frage Jesus gestellt. „Bin ich dabei, wenn du dein neues Reich aufrichtest?“ Die Antwort ist ungewöhnlich. „Klar doch!“, so erwartet man bei Jesus. „Gott liebt dich, so wie du bist, bei ihm brauchst du nichts vorzuweisen, in seinen Augen sind alle Menschen gleich wert …“ usw. Doch Jesus antwortet anders. So einfach ist es nicht, dabei zu sein. Er bestärkt den Menschen aus dem Gleichnis nicht in seiner Erwartungshaltung, sondern fordert ihn auf, zuerst einmal ehrlich gegenüber sich selbst zu sein und sich selbstkritisch einmal zu fragen: Warum willst du denn unbedingt dazugehören? Was ist deine Motivation?

Jesus macht es einem nicht einfach, weder dem Mann im Gleichnis noch uns. Er vertröstet nicht und öffnet keine breiten Türen. Er stellt unbequeme Fragen, denen wir uns aussetzen sollen, d. h., zunächst geht es durch die enge Pforte der Ehrlichkeit gegenüber sich selbst: Was will ich wirklich? Wer bin ich in meinem Innersten? Wo gehöre ich hin? Woran hängt mein Herz? Um sich solchen Fragen zu stellen, muss man ganz schön mutig sein. Die Wahrheit ist manchmal ziemlich unangenehm.

Nein, Jesus macht es uns hier nicht einfach. Nichts mit „Gott liebt die Schwachen“ oder „Bei Gott bist du reich beschenkt“. Mein Lebensglück liegt nicht immer auf der Straße, und ich muss es nur aufheben. Ich muss mich auch darum bemühen, und nicht immer ist mein Bemühen von Erfolg gekrönt.

Deshalb sagt Jesus: „Die Tür zu Gottes neuer Welt ist eng. Kämpft darum, dass ihr Einlass findet! Viele werden sich darum bemühen!“ Deshalb erkenne deine Stärken und erforsche, was du selbst für dich wirklich willst.
Vergiss nicht: Du bist nicht bedauernswert, weil du als Letzter auf der Bank sitzt. Vielleicht ist es nur der falsche Sport? Du bist nicht der geborene Verlierer. Vielleicht bist du ja gar kein Spieler?

Du kommst beruflich auf keinen grünen Zweig. Vielleicht liegen deine Fähigkeiten irgendwo ganz anders.

Wie es dann letztlich ausgeht, lässt das Gleichnis offen. Zum Glück, denn wie die Zukunft ausgeht, weiß niemand. Deshalb ist die Gegenwart das Entscheidende. Jetzt geht es darum, zu Jesus eine Beziehung aufzunehmen, und dazu gehört nun mal, dass wir eindeutig sind. Nicht nur unverbindlich dabei sein wie die berühmte graue Masse, nicht als unbeteiligter Zuschauer dabei stehen wie die Zaungäste bei großen Ereignissen. Es gilt vielmehr, sich zu verhalten, eine Position zu beziehen, aus der Deckung herauszutreten, seine unverbindliche Distanz aufzugeben und persönliche Konsequenzen aus der Begegnung mit Jesus zu ziehen. Gaffer gibt es genug. Bei Jesus damals wie heute. Es braucht aber Menschen, die handeln und Verantwortung übernehmen. Sobald ich meine bequeme Neutralität verlasse, d. h. von breiten, bequemen Wegen der Unverbindlichkeit abweiche und mich durch die enge Pforte quetsche, dann habe ich eine Chance, in Zukunft das wahre, gute Leben zu erlangen.

Deshalb sagt Jesus: Ich gebe dir keine Sicherheit und keine Garantien.
Du bist selbst verantwortlich für dein Leben. Deshalb musst du den ersten Schritt tun. Aber eins verspreche ich dir: Ich bin bei dir auf deinem Weg, vor allem auf den unbequemen, steinigen und engen. Aber du musst selbst was tun: Glaub an dich! Denk nach! Versuch es! Sei mutig und gib nie auf!
Nur so kann es dir gelingen, nicht immer das Gefühl zu haben, zu den Letzten zu gehören.

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2017" sind möglich bei der
aej-Geschäftsstelle
Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
E-Mail: bestellung(at)aej-online.de
Preis pro Exemplar: € 10

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