Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e.V.

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28.06.2019 14:42 Alter: 18 days

Bibel AnDenken Andacht Juli 2020


Bibel AnDenken gibt vielfältige Anregungen zur Gestaltung von Gruppenstunden in der Jugendarbeit für das ganze Jahr 2019 mit Andachtsentwürfen, theologischen Hintergrundinformationen und Praxismaterialien wie Liedern, Gedichten, Geschichten zur Jahreslosung und den Monatssprüchen. Ein Auszug für den laufenden Monat:

Monatsspruch Juli 2019: „Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ Jakobus 1,19 (L)

Andacht Juli 2019
- von Ulrike Bruinings, Landesjugendpfarrerin in der Evangelischen Landeskirche in Baden -

Glaube mitten im Leben
Es wird viel geredet. Schnell geredet.
Die Meinung gilt, die am meisten Aufsehen erregt.

Erfolg hat, wer die Massen zum Diskutieren bringt, sogar wer sie zum Widerstand treibt.

In Europa wächst der Rechtspopulismus, nicht erst seit diesem Jahr.
In Amerika und Russland regiert die Macht, die die eigene Größe vor das Wohl der Armen und Unterdrückten stellt.

Und gleichzeitig entwickelt sich ganz fein eine Gegenkultur.
Bewusster Konsum, kritische Bewegungen, die regional im Kleinen beginnen.

Begegnungen junger Menschen aus ganz verschiedenen Ländern. Sie sehen sich als Teil einer großen Gemeinschaft. Sie werden die Welt verändern. Langsam. Schritt für Schritt.

Bewegungen der Welt.
Wenn man all das anschaut, wo steht da die Kirche? Wo sind die glaubenden Menschen, die Christus nachfolgen? Welcher Ort ist „Kirche“ überhaupt für die Menschen?

Weit verbreitet ist sie, die Kirche. Viele Menschen gehören dazu, weltweit. Unterschiedlich ist sie, in vielen Gestalten rund um den Globus, in vielfältigen Kulturen verwurzelt.

Das ist gut, denn so findet der christliche Glaube in jedem Leben einen eigenen Platz. So muss er verortet sein – individuell kulturell –, oder er ist nicht verortet.

Jakobus schreibt vor zweitausend Jahren an die ersten christlichen Gemeinden.
Christlicher Glaube ohne Taten ist fade, schreibt er ihnen. Als Kirche müsst ihr euch positionieren in der Welt. Das gehört dazu. Gott befreit uns in der Welt. Nicht der Welt müsst ihr folgen mit ihren Regeln und Abhängigkeiten, folgt dem Faden der Liebe, den Gott aus der Ewigkeit gespannt hat! Zeigt der Welt, dass ihr frei seid zu handeln. Gott befreit euch aus der Welt, um euch in die Welt zu stellen.

Die Herausforderung für die ersten Christinnen und Christen ist noch heute dieselbe.
Was heißt es, als Christ zu leben? Wie kann ich als Christin den Glauben Früchte tragen lassen?

Die Demokratie ist eine weltliche Erfindung. Und doch ist sie die Regierungsform, in der die Überzeugungen des christlichen Glaubens über die Gottebenbildlichkeit der Menschen, über ihre Würde und Gottes Gnade als Angebot für alle Menschen und über die Notwendigkeit, für andere einzutreten, die unterdrückt, verfolgt oder einfach nicht beachtet werden, am besten gelebt werden kann. Und wenn die Demokratie gefährdet ist, so müssen wir als Christinnen und Christen alles dafür tun, damit sie als Rahmen wieder gestärkt wird, der Menschen ein gerechtes und wertvolles Leben möglich macht.

Christlicher Glaube ohne Taten ist fade …
Es gibt genug zu tun. Damals für Benachteiligte wie Witwen und Waisen, für die Armen. Heute für die Bewahrung der Schöpfung, für den Frieden der Menschen untereinander und den Frieden der Völker. Für Demokratie und Gerechtigkeit zwischen den Menschen. Zum Glück müssen wir das nicht aus eigener Kraft und aus uns selbst herausschaffen. Wir können auf Gottes Wort hören – „Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“5. Wir können um den Geist bitten und in die Stille hören, um Gottes Wort zu entdecken.

Im Monat Juli erinnert der Jakobusbrief nicht nur die Gemeinden der ersten Christenheit, sondern auch uns heute: „Jeder Mensch soll schnell bereit sein zuzuhören. Aber er soll sich Zeit lassen, bevor er selbst etwas sagt oder gar in Zorn gerät.“

Also keine übereilte Aktion. Vielmehr ist zuerst Zurücklehnen angesagt. In der Stille still werden. Mal keine Worte mehr machen. Im Beten Gott Raum geben. Neugierig sein, was sich offenbart. Hören. In mich hinein. Gott hören. Schweigen schätzen.

Den Menschen zuhören. Offen sein für die Geschichten, die sie erlebt haben. Wer Geschichten einzelner Menschen kennt, urteilt nicht mehr so leicht über Gruppen von Menschen. Ich will mich zurücklehnen und offen sein für die Worte und Geschichten, die mich selbst verändern werden.

Und dann werde ich ja sehen, was an Tatendrang daraus wächst.

Vielleicht ist das ein gutes Motto für den Juli – erst Zuhören, dann bedacht Reden. Und den Zorn nicht zuerst zu Wort kommen lassen. Im Hören danach suchen und fragen, was meinen Glauben ausmacht. Wo steckt meine Hoffnung? Wofür möchte ich mich einsetzen? Welche Menschen möchte ich kennenlernen, von ihnen lernen?

Ihr seid als Christinnen und Christen unterwegs. Lasst euch inspirieren von diesen Vorschlägen für ein christliches Leben. Prüft, was ihr hört – in der großen Politik oder auch in den kleinen Runden, in denen ihr Menschen trefft. Hört gut zu und überlegt, was im Sinne Gottes für die Welt zu sagen und zu tun ist. Seid kreativ, geht mit Spaß an die Umsetzung!

Gott braucht uns Menschen, um mit uns und durch uns Beziehungen wachsen zu lassen. Gott schenkt uns den Geist dazu. Und sein Wort der Freiheit und Liebe.
Amen.

Bestellungen des Bandes "Bibel AnDenken 2019" sind möglich bei der
aej-Geschäftsstelle
Otto-Brenner-Straße 9
30159 Hannover
E-Mail: bestellungen(at)aej-online.de
Preis pro Exemplar: € 10

Alle Preisangaben sind inklusive Mehrwertsteuer und zuzüglich Versandkosten ab 2,95 Euro innerhalb Deutschlands. Die Versandkosten richten sich nach Versandart und Größe.


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